Gestern hat die Digitale Gesellschaft e.V. eine Kampagne gestartet, in der Vodafone eine prominente Rolle spielt. Den Machern geht es darin um das „echte Netz“, um das „freie Internet“ und um „Transparenz“. Und: Die Organisatoren haben deutlich gemacht, dass sie eigentlich die gesamte Branche adressieren. Nun sind wir direkt angesprochen – und wollen auch direkt antworten. Dass wir dies im Blog und nicht auf Twitter tun, sei uns verziehen. Wenn wir allerdings zu einer sachlichen Debatte zum Thema Netzneutralität kommen wollen, ist ein Blog doch ein guter Ort um damit zu beginnen.

Die Kampagnen-Macher werfen uns vor, unseren Kunden nur ein „halbes Netz“ zu servieren, da diese Dienste wie Instant Messaging, P2P-Verbindungen und Voice over IP nicht nutzen könnten. Nicht ganz richtig, wie wir meinen. Denn bei Vodafone können alle Mobilfunk-Kunden Dienste wie Instant Messaging, P2P und Voice over IP nutzen. Viele dieser Dienste sind in den meisten aktuellen Vodafone-Tarifen sogar ohne Zusatzkosten enthalten. Was nicht schon inklusive ist, können Kunden hinzubuchen. Wenn auf der Webseite der Kampagne also steht: „Nutzer sollen die Freiheit haben, mit jeder Hard- und Software jede Anwendung nutzen zu können, die ihnen gefällt.“ – dann können wir sagen: Genau das bilden unsere aktuellen Mobilfunk-Tarife auch ab.

Nehmen wir diese Tarife in Sachen Instant Messaging, P2P und Voice over IP mal unter die Lupe: Instant Messaging ist in allen Vodafone RED Tarifen für den Kunden inklusive. Das bedeutet freie Fahrt für ICQ, MSN-Messenger, Whatsapp, Twitter oder Facebook. P2P können Kunden ebenfalls in allen Tarifen nutzen – hierfür bieten wir ihnen eine entsprechende Zusatzoption an. Voice over IP ist (wie nebenbei auch Tethering) in drei der vier Vodafone RED Tarife bereits kostenlos enthalten – und damit auch die Nutzung von Skype. Im günstigsten RED Tarif können Kunden diese Dienste als Option hinzubuchen. Damit wird die vertragliche Nutzungsbeschränkung für Voice over IP und Tethering in diesem Tarif aufgehoben. Kunden, die solche Dienste nicht nutzen wollen, erhalten mit diesem Tarif eine günstige Alternative.

Die Mitglieder, Follower und Freunde der Digitalen Gesellschaft sind wahrscheinlich zumeist „heavy user“ der mobilen Datennutzung – aus dieser Perspektive mag die Idee, bewusst auf solche Dienste zu verzichten, absurd aussehen. Aber es gibt nun einmal Menschen, denen Voice over IP, Peer-2-Peer und Tethering egal sind. Und für diese ist der kleinste Tarif der Vodafone RED Familie eben auch die beste und preiswerteste Lösung.

Setzen wir noch einmal die Lupe woanders an – und zwar diesmal bei unseren LTE Zuhause Tarifen, die wir Kunden als Festnetzersatz-Produkt anbieten. Hier sagen die Kampagnen-Macher zwei Dinge: Erstens, wir wollten die bestehenden vier Millionen Anschlüsse unserer DSL-Kunden allesamt auf LTE Zuhause umstellen. Und zweitens, wir würden für LTE Zuhause Kunden Voice over IP vertraglich ausschließen. Der erste Punkt ist – sorry – grober Unfug. Niemand bei Vodafone hat vor, unsere bestehenden DSL-Kunden auf irgendwas umzustellen. Der zweite Punkt ist – leider – richtig. Da kam uns die Kampagne ein paar Wochen zuvor. Seit einiger Zeit arbeiten wir daran, Voice over IP LTE Zuhause Kunden auch ohne vertragliche Nutzungseinschränkung anzubieten. Die Anpassung werden wir – auch rückwirkend für alle Altverträge – in Kürze vornehmen.

Was die Kampagne uns allen zeigt? Es gibt durchaus Redebedarf! Das sollte auch unser Beitrag deutlich gemacht haben. Was liegt also näher, miteinander zu reden statt nur übereinander. Vodafone Deutschland lädt deshalb die Organisatoren der Kampagne zu einem Round Table ein, um über die einzelnen Aspekte zu diskutieren. Im Januar könnte so ein Round Table in Berlin stattfinden. Wir freuen uns auf einen konstruktiven Dialog.

 

Ergänzung 30.11.2012 um 17.30h, Christian Rapp: Die @digiges hat natürlich völlig recht. Ein Link zur Kampagne kostet nix und gehört hier auch mit rein. Entschuldigung für diese Unachtsamkeit. Deshalb:

Link zur Kampagnenseite hier

Link zur Antwort der Digitalen Gesellschaft auf diesen Beitrag hier