Die Millenium-Trilogie des schwedischen Bestseller-Autors Stieg Larsson gehört für mich zu einer der besten Romanreihen aller Zeiten. Bei der schwedischen Originalverfilmung musste ich schon damals im Kino bei allen drei Teilen mitfiebern. Nachdem Hollywood Interesse an einer Neuverfilmung des ersten Bandes “Verblendung” signalisiert hatte, stellte sich mir und bestimmt auch vielen anderen begeisterten Fans die Frage, ob das US-Remake mit dem Original mithalten könne. Schließlich schaffte es der schwedische Regisseur Niels Arden Oplev, durch unverbrauchte Schauspiel-Gesichter und im Hinblick auf Regie und Kulisse die Millenium-Trilogie in Szene zu setzen.

Der Action-Regisseur David Fincher steht mit Filmen wie “Sieben”, “Fight Club” und zuletzt “The Social Network” für Spannung und gutes Kino. Aber würde er es schaffen, die Zuschauer von seiner Interpretation von “Verblendung” zu überzeugen? Bei der Besetzung der Hauptrollen beweist Fincher ein glückliches Händchen. Daniel Craig als Mikael Blomkvist und die Newcomerin Rooney Mara als Lisbeth Salander zeigen, dass sie auf der Leinwand gut harmonieren. Immerhin wurde Rooney Mara als beste weibliche Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert. Die Story selbst inszeniert der Regisseur ähnlich wie das Original düster und zusätzlich actionreich á la Hollywood. Nicht zuletzt wird der Kinostreifen durch den starken Soundtrack von Trent Reznor & Atticus Ross untermalt.
Im Vergleich zum Original finde ich Craig und Mara nicht so überzeugend. Craig zeigt gute Leistung, die aber weniger den charismatischen Blomkvist widerspiegelt. Rooney Mara wirkt weniger soziopathisch und hat lieblichere Züge. Die Neuverfilmung Finchers hebt dagegen die zwischenmenschliche Beziehung hervor, weil die Hauptdarstellerin eine verletzlichere, weiblichere Lisbeth Salander verkörpert.
Das solide produzierte Original als auch das bombastische Hollywoodwerk weisen sehr unterschiedliche Stärken auf. Im Original sind die Schauspieler stärker, im Remake punkten Musik und Action. Aus meiner Sicht Gleichstand für Original und Remake, aber mit anderen Schwerpunkten.
Meine Empfehlung: Beide Versionen ansehen und selbst entscheiden.
Das schwedische Original “Verblendung” könnt Ihr übrigens auf Vodafone TV sehen!














