Fränzi Kühne ist Geschäftsführerin der Torben, Lucie und die gelbe Gefahr (TLGG) GmbH. Die Berliner Agentur wurde 2008 als erste deutsche Social Media Agentur gegründet und berät in dieser Tradition heute ihre Kunden in moderner digitaler Markenführung und -kommunikation. Neben der Konzeption, Planung und Durchführung von Social Media Aktivitäten hat Torben, Lucie und die gelbe Gefahr GmbH sich auf die Implementierung zeitgemäßer Digitalstrategien spezialisiert, die Marken helfen, sicher in den ständig neuen Umfeldern zu kommunizieren.
Am 30.03.11 war es soweit: wir wagten den Versuch eines Experiments. Im Nhow Hotel in Berlin haben wir mit der Band Bakkushan in einem Studio sitzend und mit Blick auf die Spree live eingehende Tweets vertont. Nun mag man sich fragen: Warum eigentlich?
Die Idee zur Aktion kam uns (= Torben, Lucie und die gelbe Gefahr), als wir darüber nachdachten, was Online und Offline für uns eigentlich bedeutet, wo die Grenze zu ziehen ist und ob es diese Grenze überhaupt noch gibt. Social Media und der Online-Status sind uns mittlerweile, und ich spreche hier wahrscheinlich nicht nur für unsere Agentur, in Fleisch und Blut übergegangen, das Checken von Twitter oder Facebook, das Markieren von schönen, im Netz gefundenen Dingen, das Anlegen von Listen, das Kommentieren und die Share-Funktion – wir haben all diese Dinge in unseren Alltag integriert, es kostet uns keinen offensichtlichen Aufwand mehr, sondern gehört dazu wie Atmen, Essen und Schlafen.
Wir stellten uns die Frage, was eigentlich mit all den Status Updates passiert, die den ganzen Tag ins Netz getippt werden – von unterwegs, aus dem Büro oder von zuhause aus. So viele Menschen dokumentieren ihr Leben, erzählen Lustiges, Nachdenkliches und manchmal auch Trauriges – und so viele haben Zugriff darauf. Doch was passiert mit den Status Updates eigentlich, sobald sie im Netz stehen? Wo gehen sie hin, was machen die einzelnen Menschen damit, werden sie gemerkt, vergessen, eingestampft, ausgedruckt, gelöscht oder einfach liegen gelassen? Wir haben versucht, ein Format zu finden, das einzelne Status Updates ins Rampenlicht rückt und ihr kleines Leben ein bisschen verlängert, dass sie heraushebt und interpretiert, ihnen einen neuen, breiteren Sinn gibt. Deswegen verbinden wir Status Updates mit einem der emotionalsten Dinge, die wir kennen: mit Musik.
Und so kam es, dass jeder mitmachen konnte, der mochte. Indem ihr einfach einen Tweet oder einen Facebook-Kommentar mit dem Hashtag der Aktion (#tweetlied) gesendet habt. Wir wählten die besten, schönsten, lustigsten Tweets aus und Bakkushan machten aus jedem dieser Favoriten innerhalb von jeweils fünf Minuten ein kleines, individuelles Lied, ein Tweetlied.
Die Resonanz war beeindrucken! Es entstanden in 11 Stunden ganze 64 (!) Tweetlieder. Mein persönliches Best Of sind diese drei Videos: 1, 2 und 3
Und was sind eure Lieblinge?
Hier könnt ihr euch übrigens den gesamten Tag zusammengefasst in 5 Minuten in dem ausführlichen Making Of ansehen:













