Tags: ‘Test & Innovation Center’

Aug 2011
02

Neulich im Test & Innovation Center: so ‘ne Art WLAN

Erstellt von Christoph Hellmann Vodafone
Veröffentlicht in Technisches, Vodafone | Keine Kommentare

Wer sich mit aktuellen Trends rund um WLAN beschäftigt, kennt sicherlich so wunderschöne Technikbegriffe wie 2×2 MIMO oder Dualband-Operation.

Ganz allgemein steht dabei 2×2 MIMO für “multiple input/multiple output” mit zwei Antennen je für den Sender und den Empfänger. Mit dieser Technik wird ausgenutzt, dass sich Funkwellen nicht nur direkt vom Sender zum Empfänger ausbreiten, sondern auch auf dem Weg zum Ziel an allen möglichen Stellen wie ein Echo reflektiert und abgelenkt werden. Was früher für die Datenübertragung problematisch war, wird bei MIMO ausgenutzt und sogar noch durch den Einsatz von zwei Sendeantennen verstärkt. Auf der Empfangsseite werden dann nicht nur die direkte Funkwellen sondern auch alle verzögerten Echos aufgefangen und so durch eine intelligente Nachbearbeitung das Beste aus allen Teilen des ursprünglichen Signals genutzt.

UMTS-Spektrum mit zwei Trägern

Mit Dualband oder auch Multicarrier wird die Technik bezeichnet, mit der ein Signal nicht nur über ein einzelnes Frequenzband, sondern über mehrere verschiedene Blöcke verteilt ausgestrahlt wird. Der Datenstrom wird beim Sender aufgeteilt und kann dann mit einem entsprechend leistungsfähigen Empfänger wieder zu einem einzigen Datenstrom zusammengesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass mehrere Frequenzblöcke für die Nutzung zur Verfügung stehen (bei WLAN zum Beispiel die ISM-Bänder bei ca. 2.4 und 5 GHz). Das Bild oben zeigt das Frequenzspektrum von zwei benachbarten UMTS-Trägern.

Die gleichen Technologien wie im WLAN finden sich auch in der Mobilfunkwelt wieder. Ganz vorne dabei ist natürlich LTE, welches seit Beginn schon “von Hause aus” MIMO und eine dynamische Multicarrier-Funktion bietet. Und auch das gute alte UMTS mit HSPA wird stetig weiter entwickelt. Mit den neuen Techniken können Verbindungen stabiler aufrecht erhalten werden und der Datendurchsatz steigt bei guten Bedingungen. Da sich die Funkqualität im Mobilfunk oftmals schnell durch äußere Einflüsse ändert, ist das System auch stets darauf ausgelegt, sich Schwankungen und Störungen möglichst gut anpassen zu können.

Wenn man übrigens nach MIMO sucht,  bekommt man bei Youtube so etwas nettes zu sehen:

Mai 2011
31

Fester Mobilfunk

Erstellt von Christoph Hellmann Vodafone
Veröffentlicht in Apps, Technisches | 4 Kommentare

Es gibt ja so Dinge, die nicht so recht zusammen passsen wollen: Hund und Katze zum Beispiel, Snowboarder und Skifahrer oder Düsseldorf und Köln. So ähnlich ist es manchmal auch in der Technik: einerseits Mobilfunk, andererseits Festnetz-Telefonanlagen (Neudeutsch: PBX – Private Branch Exchange). Da gibt es meistens auch nicht allzu viele Gemeinsamkeiten; die Berührungspunkte halten sich in Grenzen.

Letztens gab es dann aber doch mal für mich als ollen Mobilfunker ein spannendes Festnetz-Projekt: Das Handy wird zur vollwertigen PBX-Nebenstelle, und zwar mit Hilfe einer Smartphone-App! Die Idee ist gut: Endlich ist man ohne großen Kampf mit diversen Rufumleitungen gleichzeitig an seinem Arbeitsplatz und mobil erreichbar. Und wenn man vom Handy aus anruft, bekommt der Angerufene trotzdem wahlweise auch die Festnetz-Büronummer des Anrufers angezeigt. Ein Telefonat kann einfach per Tastendruck vom Handy aufs Festnetz übergeben werden und das Smartphone kann auch Präsenzinformationen und Telefonverzeichnisse von den lieben Kolleginnen und Kollegen im Büro anzeigen. Es geht auch kein Anruf mehr unbeabsichtigt verloren dank synchronisierter Liste für verpasste Anrufe, gemeinsamer Voicemailbox und Instant Messaging für DECT- oder strippenbasiertes Festnetztelefon und Handy.
Alcatel Lucent My Instant CommunicatorMöglich macht es ein Paket aus Smartphone-App und einem intelligenten Media-Gateway in der PBX. Dort melden sich die Benutzer über ihre App an, authentifizieren sich und werden nahtlos in die Bürowelt eingebunden. So werden die Handys zum Teil eine Nebenstelle der Telefonanlage und bleiben doch ganz vertraut auch im Mobilfunknetz unter ihrer Mobilfunknummer erreichbar. Die Einrichtung ist einfach: die App herunterladen, die Server- und Kontodaten der PBX eingeben (vergleichbar mit der Einrichtung eines E-Mail-Kontos) – und los geht’s! Das Media Gateway sorgt dafür, dass Gespräche und Daten wie gewünscht zum Arbeitsplatz oder ins Mobilfunknetz vermittelt werden. Zauberwort für die Lösung ist mal wieder einmal eine Abkürzung: FMC – Fixed Mobile Convergence.

Nichts davon ist wirklich eine große Revolution, doch das Bündel an Funktionen macht es doch für alle diejenigen angenehmer, die nicht immer nur am Büroschreibtisch in Reichweite des Hörer-Spiralkabels sitzen. Und für mich ist es dann doch mal ein Anlass, über meine Wahrnehmung zum Thema Festnetz-Telefonie nachzudenken :-)

 

Mai 2011
19

Wie kommen die Updates aufs Handy? Ein Post von Kay und Gregor

Erstellt von Gregor Schulte (Vodafone)
Veröffentlicht in Technisches | 13 Kommentare

Hier ist endlich der von Carmen angekündigte Blogpost. Daran habt ihr offensichtlich nicht mehr geglaubt. Ich hoffe dennoch, dass dieser Artikel viele eurer Fragen beantwortet. Google hat sich ja vor ein paar Tagen auf ihrer I/O, der Entwicklerkonferenz, mit Industrie-Partnern zusammen getan, um die Prozesse rund um Updates zu verbessern. Einer der Partner sind wir.

Dann wollen wir mal der Frage nachgehen, was eigentlich im Hintergrund passiert, damit die Updates aufs Handy kommen.

Smartphones, Superphones, Tablets – ich liebe diese Teile. Personal Computing und der Umgang mit dem Internet, wie wir es heute kennen, wird mobil. All das fasziniert mich nicht nur an meiner Arbeit in der Abteilung New Business Development & Innovation jeden Tag aufs Neue. Die nicht abreißende Flut an neuen Gadgets begeistert mich auch privat so sehr, dass mich mein Handy meist nach spätestens einem halben Jahr langweilt und etwas Frischeres her muss.

Genauso geht es mir mit Software. Das rasante Tempo, in dem sich die Software-Plattformen auf mobilen Geräten weiterentwickeln, ist wirklich atemberaubend. Beinahe im Monatsrhythmus erscheinen Aktualisierungen mit neuen Funktionalitäten, die man unbedingt selbst auch auf den „alten“ Geräten haben möchte – z.B. Flash oder save2SD für Android ab Version 2.2.

Aber wann gibts die Updates auch für die „alten“ Handys auf dem Markt?
Genau das habe ich mich auch gefragt und meinen Kollegen Kay aus dem Vodafone Test & Innovation Center kontaktiert.

Generell muss man vorab sagen: Die Landschaft an Betriebssystemen im Smartphone-Geschäft ist vielfältiger und komplizierter als auf dem PC-Markt. Neben Apples iOS boomt Google Android als am schnellsten wachsende Plattform. Das Symbian Betriebssystem von Nokia hat in Deutschland immer noch große Marktanteile, während BlackBerry bei Geschäftskunden führend ist und Microsoft mit Windows Phone 7 einen neuen Angriff gestartet hat.

Jedes dieser Betriebssysteme hat eigene Prozeduren, um die Geräte mit der neuesten Software zu versorgen. Aber egal, um welches Update es geht, wir als Anbieter müssen ein bestmögliches Funktionieren garantieren. Daher stellt das Test & Innovation Center mit aufwändigen Tests sicher, dass neue Software auch so funktioniert, damit sie in unserem Mobilfunk- und Festnetz funktioniert. Was das Netz angeht, so ist der Betrieb und Ausbau unseres Netze nicht ganz so trivial, wie man zum Beispiel im Blogpost meines Kollegen Ingo nachlesen kann.

Bei Systemen wie Android oder Windows Phone 7 gibt es zudem eine große Auswahl an Hardware-Herstellern, die die Software mit allen möglichen Anpassungen auf verschiedensten Endgeräten anbieten.

Jedes Update für jedes einzelne Smartphone-Modell ist ein Projekt in Kooperation zwischen dem Anbieter der Software, dem Hardware-Hersteller und dem Netzbetreiber. Vodafone Deutschland bringt pro Jahr mehr als 100 Geräte auf den Markt. Da je Gerät zwischen fünf und sieben Software-Testzyklen anstehen, gehen bei Kay und seinen Kolleginnen und Kollegen jährlich über 500 Software-Versionen durch alle Prozesse.

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Apr 2011
13

Für Alles eine App es gibt!

Erstellt von Christoph Hellmann Vodafone
Veröffentlicht in Apps, Technisches, Vodafone | 2 Kommentare

Wir sitzen neulich zusammen in der Runde und unsere Master-Bloggerin Carmen fragt: “Was ist eigentlich eure Lieblings-App?”  Bei mir bricht erst einmal Schweigen aus… hmm, mal überlegen.

Nachdem ich die Frage ein wenig sacken gelassen habe, überschlage ich, was ich persönlich denn wirklich oft und gerne benutze und komme zu einer erschreckenden Erkenntnis. Die überlebenswichtigen Dinge wie SMS, Telefonbuch und Twitter klammere ich hier mal aus, aber was ist mit dem ganzen Rest der installierten Anwendungen auf meinem Android-Gerät?

GPS Status & Toolbox

Nein, es ist nicht Angry Birds, einem der wohl derzeit beliebtesten Zeit-Totschläger fürs Handy. Es ist auch nicht das praktische GeoNotes, die Elektrobastler-App ElectroDroid oder einer der inflationär verfügbaren Barcode-Scanner mit angeschlossener Nährwerttabellen- oder Niedrigpreisdatenbank. Auch das hippe Augmented Reality-App Layar, ohne das sich so mancher Zeitgenosse vollkommmen desorientiert durch die Metropolen der Welt bewegen würde, macht bei mir nicht das große Rennen. Vielleicht die Aktien-App, mit der ich mit einem kurzen Blick die Börse im Auge behalte? – Schon eher.

Der große Renner ist tatsächlich “GPS Status & Toolbox“, eine komplett nutzlose Applikation im urbanen Lebensumfeld. Die App zeigt einen netten einfachen Kompass formatfüllend auf dem Display, dazu Daten zum Standort von GPS-Satelliten, der Querbeschleunigung des Smartphones und dem Zustand des magnetischen Erdmagnetfeldes. Großartig! Ich bin weder aktiver Pfadfinder, noch bewege ich mich mit meinem Arbeitsplatz überdurchschnittlich oft durch die unbeschilderte Prärie. Auch bin ich mir ziemlich sicher, dass größere Schwankungen in der Magnetosphäre nicht erst bei einem Blick aufs Handy auffallen würden. Aber ich kann mit großer Sicherheit bestätigen, dass meine Schreibtischunterlage seit längerer Zeit unverändert in Richtung 338° (Nord-Nordwest) ausgerichtet ist und einer Beschleunigung des nullfachen Ortsfaktors ausgesetzt ist – zum Glück! Vielleicht braucht man ab und zu einfach ein paar Konstanten im Arbeitsleben…

Apr 2011
08

Neulich im Test- & Innovation Center: Rebellion der Maschinen

Erstellt von Christoph Hellmann Vodafone
Veröffentlicht in Technisches, Vodafone | 1 Kommentar

Okay, okay… der Titel ist eine große Nummer zu reißerisch – aber wer hätte schon einen Blogpost mit dem Titel “die braven Maschinen” gelesen? Daher muss der Untertitel aus Terminator 3 mal wieder herhalten – und um Maschinen soll es schließlich jetzt gehen.

Derzeit hört man von überall aus der Branche das Schlagwort M2M” (Machine-to-Machine) als Sammelbegriff für Kommunikation, die zwischen Computern und Geräten aller Art abläuft und eben nicht zwischen Menschen. Dabei gibt es eine ganze Menge Dinge, die Maschinen miteinander besprechen können: Füllstände von Behältern anzeigen und Nachschub ordern, die Abrechnung an der Elektro-Tankstelle erstellen, bei Fehlfunktionen eines Fahrstuhls einen Servicetechniker benachrichtigen, GPS-Koordinaten von der Fahrzeugflotte melden, leere Papierrollen am Parkscheinautomaten signalisieren und vieles mehr. Der Fantasie und ingenieurmäßigen Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, die verbauten Rechner benötigen lediglich ein geeignetes Mobilfunkmodul für die Kommunikation.

ein typisches M2M-Modul

Wir testen hier zwar keine kompletten Parkscheinautomaten, doch viele M2M-Module haben schon einen Testparcours im Test & Innovation Center durchlaufen. Und Kay hat ja auch schon von der Online-Kaffeemaschine berichtet. Einige M2M-Module sind nicht einmal viel größer als eine 1-Cent-Münze und beherrschen dabei doch die wichtigsten Datenübertragungstechnologien. Wie bei den Handys gibts hier auch alles vom Low-Cost-Modul mit Basisfunktionen bis hin zum High-End-Featuremonster der aktuellen Generation.

Wer jetzt Lust darauf bekommen hat, der Waschmaschine im Keller beizubringen, dass sie nach dem Schleudergang eine SMS-Nachricht schickt, dem sei die ´technische Spezifikation 3GPP TS27.007 ans Herz gelegt. Hier sind alle standardisierten Kommandos beschrieben, die Compter mit Funkmodul, bzw. Handy austauschen können. Ach ja, ich habe nicht versprochen, dass es simpel wäre…

http://www.youtube.com/watch?v=PvcRgOEVUnU