Heute schließt die größte Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) ihre Tore. Zeit für einen kleinen Rückblick. Worüber wurde im frühlinghaften Barcelona gesprochen? Über die inneren Werte!
Unser Vodafone Group-Chef Vittorio Colao sprach im Expertenforum über explosionsartig ansteigende Datenmengen, den kontinuierlichen Netzausbau und den Bedarf an erhöhten Geschwindigkeiten im Netz infolge des mobile Internet Booms.
Henning Gajek, freier Journalist und Blogger, oft ‘Mr. Mobilfunk’ genannt war auch vor Ort:
“Mein Eindruck ist, dass die Hersteller auf zig verschiedene und teilweise alte und neue Betriebssysteme setzen: Android, Bada, Brew, Limo, Meego, Series 40, Symbian, Windows 7, um nur die wichtigsten zu nennen.”
Somit ist der Vergleich der Süddeutschen Zeitung heute sehr stimmig. Statt primär über die neuesten Handy-Modelle zu sprechen ging es um das Innenleben der Handys. “Das ist als würde auf der IAA nur über Motoren, Reifen, die Farbe des Amaturenbretts, aber nicht über Autos gesprochen.” Die Smartphones seien ja auch schon recht ausgefeilt, fügt der Autor des Artikels an. Recht hat er.
Betriebssysteme und die darauf laufenden kleinen mobilen Anwendungen, “Apps” genannt, sie standen im Fokus. Klingt unspannend? Ist es aber nicht. Es geht hier um das Internet, das laufen gelernt hat, das mobile Internet. Im Gegensatz zu stationären PCs, gibt es hier schlichtweg keinen Standard. Eine App, die auf dem iPhone läuft, funktioniert noch lange nicht auf einem Android- oder einem Symbian-Gerät, ganz zu schweigen von den Unterschieden zwischen Handymodellen. Es herrscht eine fast schon unübersichtliche Masse an Betriebssystemen. Henning Gajek reißt sie in dem obigen Zitat an.
Eric Schmidt, Google Vorstand sagte auf dem Mobile World Congress “Ich sehe nicht, dass die Plattform-Märkte unbedingt nach dem Motto ‘der Gewinner bekommt alles’ entschieden werden. Aber es wird sicher eine Bereinigung unter den Handy-Betriebssystemen geben.” (Quelle FAZ Print 18.02.10)
Den richtigen Weg sehe ich in einem Standard. Und genau den strebt Vodafone zusammen mit 23 anderen Unternehmen an. In der sogenannten “Wholesale Application Community” haben wir uns mit América Móvil, AT&T, Bharti Airtel, China Mobile, China Unicom, Deutsche Telekom, KT, Mobilkom Austria, MTN Group, NTT DoCoMo, Orange, Orascom Telecom, Softbank Mobile, Telecom Italia, Telefónica, Telenor, TeliaSonera, SingTel, SK Telecom, Sprint, Verizon Wireless, VimpelCom und Wind zusammen geschlossen. Die Initiative wird zudem von der GSMA sowie den Geräteherstellern LG, Samsung und Sony Ericsson unterstützt.
Ich verstehe dies jedoch nicht nicht als Allianz gegen Google, wie vielfach zu lesen ist. Hier steht eher der normale Nutzer im Vordergrund. Erst wenn der Nutzen und die einfache Anwendung des mobilen Internets deutlich gemacht wird, wird es ein Massenphänomen.