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Augmented Reality – heute oder doch erst morgen?

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Virtual Reality ist durchaus nicht neu. Genauso wie 3D-Filme im Kino schon in den 50er-Jahren die erste Blütezeit hatten, brachten viele Spielehersteller bereits in den 80er-Jahren Virtual-Reality-Geräten auf den Markt. Eines der Bekanntesten ist der Virtual Boy von Nintendo. An seinem Misserfolg lässt sich auch erklären, wieso das Thema damals kurzlebig war und schnell wieder in die Science Fiction verschwand. Spätestens aber, als  2012 Google Glass vorgestellt wurde, kam die virtuelle Realität zurück. Heute sind die Rechenkapazitäten und Akkus um so vieles stärker als vor 30 Jahren, dass die computergestützte Verbesserung der Realität endlich eine reale Chance hat.

Augmented Reality vs. Virtual Reality

Zu unterscheiden ist die Augmented Reality, also die verbesserte Realität, von der virtuellen. Die virtuelle Realität ist eine eigene Welt, in die der Benutzer eintauchen kann, wie zum Beispiel mit dem Virtual Boy von Nintendo oder der Oculus Rift. Die Augmented Reality dagegen soll die eigene Wahrnehmung durch eingeblendete digitale Inhalte verbessern. Manche Handy-App kann so etwas schon heute, zum Beispiel die App von IKEA. Diese zeigt mir meine Wunsch-Couch in meinem Zimmer so, wie diese dann später aussehen soll. Eine Brille wie die Microsoft HoloLens geht natürlich einen großen Schritt weiter, indem sie solche Inhalte direkt in mein Sichtfeld projiziert.

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Google Glas und Microsoft HoloLens

Google Glas wurde Ende Januar 2015 mehr oder weniger beerdigt. Zu viele Probleme hatte die neue Technik, zu viel wurde versprochen und zu wenig eingehalten. Vor allem aber wurde die Brille von den Usern und der Umwelt nicht angenommen.

Googles Erfindung ist somit nicht besonders erfolgreich gewesen, aber auch nicht komplett gescheitert, denn sie hat gezeigt, was möglich ist. Vergleichbar mit den frühen Laptops: Die Idee war gut, nur war die Technologie noch nicht ausgereift, die Einsatzmöglichkeiten noch zu beschränkt. So konnte das Display von Google Glass gerade kurze Texte, kleine Bilder und so nur Kurzinformationen in einer kleinen Ecke des Sichtfeldes einblenden.

Microsofts HoloLens soll viel mehr können: Die ersten Videos von Microsoft zeigen Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch als futuristisches Konzept abgetan worden wären. Der größte Punkt ist jedoch: Der Einstieg Microsofts in das Geschäft macht auch den Weg für andere, kleinere Entwickler frei  denn jetzt, wo sich in der Branche immer mehr tut, dürfen auch kleinere Firmen auf mögliche Investoren hoffen können.

Ist die Technologie im Heute angekommen?

Google Glass, Microsoft HoloLens und Oculus Rift wurden schon vor fast einem Jahr von Facebook übernommen. Einige der größten Player der IT Welt haben sich dem Thema schon angenommen. Das bringt jetzt kleinere Firmen wie castAR dazu, auch in die Entwicklung von Augmented Reality einzusteigen. Bald wird sich entscheiden, ob die Technologie salonfähig wird. Bisher sind alle Werbespots durch computergenerierten Inhalt verbessert, also „gephotoshoped“. Was die Geräte also genau können, wissen nur die Entwickler. Ein paar Jahre werden also wohl noch ins Land gehen, bevor wir zu Hause das tun können, was die Nutzer in den Werbevideos uns heute zeigen.

Virtuelle Realität für jedermann: Oculus Rift ab Anfang 2016 im Handel

Ursprünglich wollte der Hersteller Oculus VR seine Virtual-Reality-Brille noch bis zum Ende des Jahres in den Handel bringen. Daraus wird allerdings nichts: Nate Mitchell, Vizechef der Firma, gab am 6. Mai 2015 über Twitter bekannt, dass die von der Öffentlichkeit heiß erwartete Hardware erst später als geplant, nämlich im ersten Quartal 2016, für alle erhältlich sein wird. Vorbestellungen sollen aber noch in Jahr 2015 möglich sein.

Damit verpasst Oculus VR nicht nur das Weihnachtsgeschäft, sondern auch den eigenen Terminplan. Schließlich verriet Firmenchef Brendan Iribe noch im Juni 2014, dass ein verzögertes Release ein Problem werden könnte. „Zumindest wären wir enttäuscht“, sagte er damals.

Was lange währt, wird endlich gut?

Trotzdem dürfte der verzögerte Verkaufsstart den aktuellen Hype um die Brille nicht mindern. Seitdem das Konzept der virtuellen Realität im Jahr 2012 auf der Spielemesse E3 in Los Angeles erstmals vorgestellt wurde, beherrscht das Thema die digitale Welt. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sieht enormes Potential in der Oculus Rift-Brille: „Oculus hat die Gelegenheit, die sozialste Plattform aller Zeiten zu werden und die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren.“ Deshalb kaufte Facebook bereits 2014 Oculus VR für 2 Milliarden US-Dollar kurzerhand ein.

Bisher keine offiziellen Details

Zur Verkaufsversion der Virtual-Reality-Brille gibt es bislang noch keine offiziellen Informationen. Lediglich von einem verbesserten Tracking-System ist die Rede. Damit soll die Brille sowohl im Sitzen als auch im Stehen funktionieren. Vor nicht allzu langer Zeit hieß es noch, die Oculus Rift funktioniere ausschließlich im Sitzen.

Allzu lange wird das Rätselraten um die Hardware allerdings nicht mehr anhalten. Innerhalb der kommenden Wochen gibt Oculus VR nach eigener Aussage mehr Informationen über seine Hardware bekannt. Möglicherweise stellt die Firma aber auch sämtliche Spezifikationen im Juni auf der diesjährigen Spielemesse E3 in Los Angeles vor.

Foto: iStockPhoto

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