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Vectoring: Alle Anbieter sind weitestgehend gleichberechtigt

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Ralf MoniusMit der neuen Vectoring-Technik können Kommunikationsanbieter künftig VDSL-Anschlüsse mit einer Übertragungs-geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde anbieten. In ihrem am Dienstag vorgelegten Entscheidungsentwurf hat die Bundesnetzagentur die Rahmen-bedingungen für den Vectoring-Ausbau festgelegt. Wir sprachen mit Ralf Monius, Leiter Festnetz-Regulierung von Vodafone Deutschland, über den Entwurf.

Wie sieht der Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur zum Vectoring-Antrag der Deutschen Telekom aus?
Ralf Monius: Nach dem vorliegenden Entwurf dürfen sämtliche Kommunikationsanbieter – also sowohl die Telekom, als auch ihre Wettbewerber – grundsätzlich jeden Kabelverzweiger (KVz) mit VDSL erschließen. Das Unternehmen, das zuerst einen KVz ausbaut und dort auch Vectoring nutzt, wird geschützt, indem keine weiteren Unternehmen VDSL an diesem KVz ausbauen dürfen. Das gilt jedoch nur, wenn das Unternehmen ein Layer-2-Bitstream-Produkt* anbietet.

Was bedeutet das für die Telekom, was für ihre Wettbewerber in der Praxis?
Ralf Monius: Die Telekom konnte sich mit ihrem Antrag auf ein einseitiges Vorrecht, sprich Gebiete für ihren Vectoring-Ausbau zu reservieren und dort ihren Wettbewerben VDSL zu untersagen, nicht durchsetzen. Nach dem Entscheidungsentwurf sind alle Anbieter weitestgehend gleichberechtigt. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Die Telekom kann einen Wettbewerber auch nachträglich aus einem Kabelverzweiger verdrängen, wenn sie in dem betroffenen Ortsnetz mehr KVz mit Vectoring erschlossen hat als der Wettbewerber und 75 Prozent der an diesem KVz angeschlossenen Gebäude mit einer parallelen Infrastruktur wie etwa Breitbandkabel versorgt sind. Dies soll eine Fragmentierung der Ortsnetze verhindern.

Wir begrüßen diesen Entwurf. Er zeigt einen fairen Weg auf, die neue Vectoring-Technologie voranzubringen.

Wie bewerten Sie diese Entscheidung?
Ralf Monius: Wir begrüßen diesen Entwurf. Er zeigt einen fairen Weg auf, die neue Vectoring-Technologie voranzubringen. Jedes Unternehmen, das bereit ist, in Vectoring zu investieren, kann dies künftig auch tun. Ich erwarte allerdings, dass die Telekom den größten Anteil am Vectoring-Ausbau haben wird. Für Vodafone Deutschland ist deshalb wichtig, dass die Telekom verpflichtet wurde, ein angemessenes Bitstream-Angebot als alternativen Zugang anzubieten. Wir legen viel Wert darauf, dass es sich um ein Layer-2-Bitstream-Produkt handelt, das es uns erlaubt, qualitativ hochwertige Breitbanddienste wie etwa Internetfernsehen anzubieten.

Für Vodafone Deutschland ist wichtig, dass die Telekom verpflichtet wurde, ein angemessenes Bitstream-Angebot als alternativen Zugang anzubieten.

Wie geht es jetzt weiter?
Ralf Monius: Die Bundesnetzagentur hat erst einen Entscheidungsentwurf vorgelegt, zu dem jetzt interessierte Parteien öffentlich angehört werden. Anschließend wird der gegebenenfalls leicht modifizierte Entwurf noch der EU-Kommission vorgelegt. Erst danach erfolgt ein Beschluss, der auch umgesetzt werden muss. Dies wird voraussichtlich nicht vor Juli sein.

* Layer-2-Bitstream: Die Wettbewerber der Telekom können ihren Kunden mittels Bitstream VDSL-Anschlüsse anbieten, ohne dass die Wettbewerber dafür sämtliche Kabelverzweiger mit eigener Technik bestücken müssen. Der Layer-2-Bitstream ist eine Ausprägung des Bitstreams, der den Wettbewerbern bei der Gestaltung ihrer Dienste und deren Qualität weitgehende Freiheit lässt.

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Stefan
10.04.2013 18:14 Uhr

Für 384 kbit/s(Was Staat und Wirtschaft leider offensichtlich als Standart ansehen) braucht man kein VDSL.

Naja ,eben mal wieder gelesen was für Vodafone „Flat“ ist.
3000 minuten danach kostet es extra(Festnetz flat option bei callya).

Wirklich eine Schande das man nicht mal bei 1 mbit/s angekommen ist,
wenn man bedenkt was Firmen wie Google so anbieten.
Da bekommt man umgerechnet im endeffekt 1 mbit/s im Monat für 1€

In Deutschland dagegen senkt man immer erst mal die Preise,und wenn man die nicht weiter senken kann,senkt man eben die Qualität.

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Phil
16.04.2013 10:49 Uhr

@Stefen: Firmen wie Google verdienen ihr Geld aber auch nicht mit Telekommunikationsdienstleistungen. Und wenn es nicht darum geht, welches andere Ziel verfolgen Sie wohl? Ich wäre vorsichtig mich auch noch mit einem Internetanschluss an Google zu binden. Die sammeln ohnehin schon genug Daten über uns.

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