Am Donnerstag und Freitag fand in Stuttgart die „next corporate communications“ statt, eine kleine Konferenz zum Thema Social Media und Unternehmenskommunikation. Zusammen mit Alexander Leinhos, dem Leiter der Pressestelle bei Vodafone Deutschland, war ich vor Ort, um zu schauen, was andere Unternehmen denn in dem Bereich so machen und zu hören, wie es in Zukunft weitergeht. Hier sind einige meiner Beobachtungen:

  • Erstmals habe ich von einem „internen Shitstorm“ auf der Konferenz gehört. Nachdem Unternehmen ihre interne Kommunikation zunehmend an die Lebenswirklichkeit ihrer Mitarbeiter anpassen und ihr Intranet durch Like-Buttons aufpimpen und News-Artikel für Kommentare freischalten (übrigens auch auf dem Vodafone Hub, unserer Intranet-Seite), kann es also auch dort offensichtlich zum Meinungs-Tsunami kommen.
  • Ein viel diskutiertes Thema war die Einbindung von Mitarbeitern in die Social-Media-Kommunikation. Bei Vodafone haben wir ja mit @being_Vodafone einen Anfang gemacht, jede Woche übernimmt ein anderer Mitarbeiter den Account und erzählt aus seinem Arbeitsalltag. Einige Unternehmen gehen aber noch weiter: Bei Siemens und Bayer hat man sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, Mitarbeiter zu Social-Media-Botschaftern zu machen, die dann mit ihren je eigenen Zielgruppen auch selbständig über die sozialen Medien kommunizieren. Ich finde das eine spannende Perspektive und bin absolut überzeugt, dass die Mitarbeiter ein riesiges Potential bieten, um glaubwürdig und authentisch mit verschiedenen Zielgruppen in den Dialog zu treten. (Hier ein ausführlicher lesenswerter Blogbeitrag im Blog zur Konferenz.)
  • Highlight der Konferenz war für mich der Auftritt von Robert Seeger, der unter anderem für Red Bull arbeitet. Er hat darüber gesprochen, wie Unternehmen in den sozialen Medien einen echten Bang erzeugen können. Er hat in 13 prägnanten Thesen erzählt, wie man erfolgreich auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs ist. Mir haben vor allem diese vier Kardinalstugenden gefallen: Geschwindigkeit, Spass, Respekt und: Hausverstand (einfach mal das Hirn anschalten). Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
    • Bei einer Konferenz zum Thema Social Media muss es natürlich auch um Blogger-Relations gehen. Zu Sehr lange 90 Minuten haben die Organisatoren einem Panel dazu eingeräumt, das u.a. mit Klaus Eck und Robert Basic mit hochkarätigen und spannenden Gästen besetzt war. Leider kam der vielversprechende Mix (es waren auch noch Social-Media-Manager von Daimler und Audi dabei sowie ein Herr aus dem Staatsministerium Baden-Württemberg) aber nicht so richtig in Schwung. Schade. Dabei gab es zum Beispiel mit dem Hinweis von Robert, dass insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene Blogs eine zunehmend wichtige Rolle spielen können, weil die klassischen Regionalzeitungen sich immer weiter aus der Fläche zurückziehen, durchaus Anhaltspunkte für eine spannende Diskussion. Zudem war der Mann aus dem Staatsministerium erfrischend ehrlich – und zeigte sich begeistert von dem Interesse und der Ernsthaftigkeit der Blogger. Erfreulich, dass das auch in den Landesministerien erkannt ist, oder?

 

 

 

  • Der anfangs genannte Alexander Leinhos hat auf dem Panel „Shitstorm und Candies: Die Chancen und Risiken kommunikativer Krisen“ über Vodafone´s Erfahrung mit Shitstorms erzählt und wie man sich als Organisation darauf vorbereiten kann. Das kann man durchaus, wenn man die richtigen Tools einsetzt und – viel wichtiger – das richtige Mindset hat. Social Media ist nämlich keine Abteilung, sondern eine Einstellung. Dieser Teil des Panels war mir nun hinreichend bekannt. Mitgenommen habe ich, dass Shitstorms auch positive Seiten haben (eben: Candies): Unternehmen lernen, wo sie besser werden müssen. Sie haben die Chance, in Dialog mit ihren Kunden zu treten. Das mag schon sein. Aber für mich klingt dies ein wenig nach Balsam für die geschundene Community-Manager-Seele nach einem überstandenen Shitstorm.

Soweit mein Rückblick auf zwei Tage Unternehmenskommunikation und Social Media (komplettes Programm hier). Nach diesen Beobachtungen interessiert mich natürlich, was die Leser dieses Blogs an Vodafone zum Thema Social Media besonders mögen – oder sich wünschen? Ich bin gepannt auf Ihre Kommentare!