Mein Name ist Samante Kamaladiwela und ich arbeite seit 2002 bei Vodafone. Ende September flog ich nach Sri Lanka, um hier verschiedene Hilfsprojekte zu unterstützen. Mein Arbeitgeber hat mich für drei Monate freigestellt, nachdem ich mich gemäß einer Betriebsvereinbarung zur Freistellung für humanitäre Projekte beworben habe. Ziel meines Hilfsprojekts ist es, bedürftigen sowie mittel- und chancenlosen Menschen in Sri Lanka die Grundkenntnisse und Potentiale der heutigen Informationstechnologie zu vermitteln. Das war die Grundidee, mit der ich Anfang 2011 begonnen habe. Ende April nahm ich mit verschiedenen internationalen Hilfsorganisationen Kontakt auf und begann meine Recherche, um die bestmögliche Organisation für mein Anliegen zu finden. Hierüber bin ich auf zwei lokale Hilfsorganisationen gestoßen, für die ich mich dann nach sorgfältiger Prüfung entschieden habe. Diese beiden Hilfsorganisationen möchte ich im Folgenden kurz vorstellen:
- FCS – Federation of Community Strength
Mit Hilfe eines Netzes von kommunalen Organisationseinheiten werden verschiedene Initiativen in den Bereichen Umwelt, Allgemeinbildung, Landwirtschaft und Computer durchgeführt. Die Organisation agiert dabei in einer beratenden Funktion, die, sobald selbstständige Einheiten in den Dörfern gebildet wurden, koordinierend tätig ist.

Ich (Samante) bin der Dritte von links inmitten der Mitarbeiter von FCS
- FoG – Foundation of Goodness
Die Hilfsorganisation “Foundation of Goodness” besitzt ein gut strukturiertes Angebot an diversen Kursen, die den mehr als 40 Dörfern der Umgebung angeboten werden. Neben verschieden Computerkursen gibt es Ausbildungskurse inklusive Abschlusszertifikat in Englisch und Tamil (Sprache der ethnischen Minderheit in Sri Lanka), Business, Umweltschutz, Hausarbeit, etc.. Ein kleines medizinisches Zentrum inklusive Zahnarzt, Kindergarten sowie ein umfangreiches Sportprogramm komplettieren das sehr breit gefächerte Programm für die vom Tsunami geschädigte Bevölkerung. Und das alles ohne Kosten für die Bevölkerung.
FoG existiert seit 1999 und wuchs nach dem Tsunami 2004 zu dem Ausbildungs- und Servicezentrum in der jetzigen Form heran. Die Südprovinz litt mit der Ostküste (welche aber keine so hohe Bevölkerungsdichte aufweist) am stärksten unter den Folgen des Tsunamis. Insgesamt kamen in Sri Lanka fast 40.000 Menschen bei der Katastrophe um. Ungleich höher aber ist die Zahl der geschädigten Menschen, die Ihre Lebensexistenz verloren hatten oder in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt wurden. Es war mir daher ein besonderes Anliegen in der Südprovinz von Sri Lanka zu helfen.

Gruppenfoto nach einer Graduierungszeremonie eines IT-Kurses mit den Teilnehmern und den Mitarbeitern von FoG
Seit dem 22. September bin ich nun in Sri Lanka und habe inzwischen ein recht umfangreiches Programm an verschiedenen Tätigkeiten, die ich hier durchführe. Für FoG erweitere ich die fortgeschrittenen Computerkurse um weitere Inhalte und coache die Trainer vor Ort. Ein weiteres Projekt, an dem ich bei FoG mitarbeite, ist die BPO-Initiative (BPO = Business Process Outsourcing). Konzerne lagern Teile Ihrer Geschäftsprozesse wie etwa Rechnungsprüfung oder Dateneingabe aus, um Kosten zu sparen und effizienter zu werden. FoG bietet genau dies als Service an. Das Ziel ist, die hier in der Organisation ausgebildeten Menschen direkt in einen festen Job zu bekommen. Momentan gibt es zwei Unternehmen, für die FoG Teile ihrer Geschäftsprozesse abwickelt. Da es genügend Menschen gibt, die auf diesem Gebiet ausgebildet werden und danach auf Jobsuche sind, ist dieser Service der Organisation durchaus ausbaufähig.
Im Rahmen meiner Zusammenarbeit mit FCS unterrichte ich selbst einen Computer Basics Kurs für eine Gruppe Lehrer der Gesamtschule in Gintota in der Nähe der Provinzhauptstadt Galle.

Inmitten von spärlich eingerichteten Klassenzimmern fällt das Unterrichten nicht immer leicht
Einige Wochen werde ich noch hier in Sri Lanka helfen. Und bestimmt berichte ich noch einmal hier im Vodafone Blog darüber. Wer mehr lesen möchte, findet in meinem eigenen Blog “Helping Sri Lanka” ständig aktuelle Meldungen zum Projekt und den Erlebnissen hier in Sri Lanka. Der Blog fungiert als eine Art persönliches Tagebuch und soll darüber hinaus meiner Familie, meinen Freunden und Kollegen sowie anderen Interessierten aktuelle Infos, Videos und Fotos über mein Projekt liefern.
Wer möchte kann gerne für das Projekt spenden. Hier in Sri Lanka gibt es genügend Möglichkeiten zu helfen. Im Folgenden ein paar Beispiele:
1. FoG baut zurzeit ein weiteres Zentrum im vom Bürgerkrieg zerrütteten Norden der Insel auf. Hierfür werden noch Dinge vieler Art benötigt wie zum Beispiel Computer, Software, Lernmaterialien, etc. und natürlich Geld zum Aufbau des Zentrums.
2. Die Schule, an der ich unterrichte, umfasst mehr als 2.000 Schüler und etwa 80 Lehrer. Die wenigen Computer sind leider alle veraltet und teilweise auch defekt. Für einen effektiven Unterricht müsste man hier den Bestand aufstocken und reparieren. Einen Projektor beziehungsweise Beamer zur Präsentation habe ich durch Spendengeld schon besorgen können. Aber das ist nur ein Anfang.
3. Der Tempel in Hikkaduwa unterstützt mit Spendengeldern vom Tsunami geschädigte Familien und nimmt auch Waisenkinder auf, die dann hier zu Mönchen erzogen werden. Diese Aktivität kann durch Spendengeld noch weiter ausgebaut werden.
In meinem Blog habe ich einen “Donate”-Button verlinkt, durch den man über Paypal spenden kann. Wer Paypal nicht nutzen kann oder möchte, kann mich auch gerne direkt kontaktieren: s(at)kamaladiwela.de. Wir finden dann schon einen Weg :)