Vodafone Radio

E-Mail: kontakt@vodafone.com

Smarte Wahrsager: Diese Technik weiß, was Du willst

von

Dein Navi kennt Dein Ziel, bevor Du es eingibst, Computer spüren, ob Du gestresst bist, und Accessoires schicken Dir eine Nachricht, wenn Du eine Pause brauchst. Es gibt Geräte, die Dich scheinbar besser kennen als Du Dich selbst. Ob mitdenkende Fahrassistenten oder einfühlsame Gadgets – diese Technik weiß, wie Du tickst. 

Abgefahren: Google Maps weiß, wo es langgeht

 

Map of future conceptKaum jemanden bringt Google Maps nicht des Öfteren auf den richtigen Weg. Neuerdings ist der Kartendienst dabei auch noch besonders zuvorkommend: Kaum startest Du die App, hat Google Maps in der aktuellen Version 9.19 schon die passende Route parat, denn im „Driving Mode“ kann das Programm Dein Reiseziel vorhersehen. Über zuvor eingegebene Suchanfragen hat sich die App Deine Gewohnheiten gemerkt und zeigt automatisch aktuelle Verkehrsinformationen sowie die voraussichtliche Ankunftszeit an. Doch Google ist mit dieser Idee ausnahmsweise mal nicht der Erste.

 

Fahrassistent lädt Dich zum Essen ein

 

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) sind Tüftler besonders fleißig, wenn es um vorrauschauende Technik im Straßenverkehr geht. Zusammen mit Audi entwickelten sie das Fahrassistenzsystem Affective Intelligent Driving Assistance (AIDA), das nicht nur Deine Route und relevante Verkehrsnews anzeigt, sondern auch Ziele, von denen Du selbst noch gar nichts weißt. 3D-Grafiken liefern unentwegt Informationen zu Zwischenstopps, die Dir gefallen könnten. Ist Dein Stammrestaurant in der Nähe, präsentiert der smarte Beifahrer unaufgefordert das Tagesmenü. Liegt Dein Friseur auf dem Weg, werden Dir die Öffnungszeiten angezeigt. Eigentlich musst Du mit diesem Assistenten an nichts mehr selber denken.

 

Eat

Ein anderes Projekt des MIT legt den Fokus auf die Verkehrssicherheit. Beim Navigationssystem AutoEmotive ist das Lenkrad mit Berührungssensoren und einer Kamera ausgestattet. Darüber erkennt es Deinen Gemütszustand und reagiert entsprechend: Bei erhöhtem Stress spielt das Auto entspannende Musik und reguliert die Klimaanlage. Wenn Du richtig in Rage bist, soll sich sogar die Lackierung Deines Fahrzeugs ändern, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.

 

Calm down: Dieses Accessoire macht Dich glücklich

 

Auch außerhalb des Straßenverkehrs gibt es technische Assistenten, die merken, wie es Dir geht. Im Fitness- und Gesundheitsbereich helfen Minicomputer mit hochsensiblen Sensoren längst dabei, Deinen Trainingsplan zu optimieren. Und nun unterstützen sie Dich auch dabei, glücklich zu sein. Versteckt in Deiner Kleidung misst der Mini-Sensor Spire Körperwerte wie Blutdruck, Puls und die Leitfähigkeit der Haut. Das Gerät ermittelt daraus, wie es Dir geht, und sagt, was Du als nächstes brauchst. Bist Du zum Beispiel gestresst, erinnert Dich der „Stimmungs-Coach“ per Vibration oder SMS daran, dass Du mal tief durchatmen und eine Pause machen solltest.

 

Schlecht geschlafen? Sprachassistent weiß, wann Du eine Pause brauchst

 

Empathische Computer, die Deine Emotionen deuten und entsprechend Lösungen anbieten, laufen unter dem Forschungsbereich Affective Computing zusammen. Diese mitdenkenden Technologien können auch am Arbeitsplatz einen großen Zugewinn bringen. So haben Wissenschaftler des Technologie-Zentrums der Universitäten Bremen und Passau ein sprachgesteuertes Assistenzsystem entwickelt, das auf Gefühle und Verfassung des Anwenders reagiert. Beim Projekt mit dem eingängigen Namen „Emotionssensitives Assistenzsystem zur Unterstützung von Menschen mit Einschränkungen“ (EmotAsS) erkennt der Computer Stress oder Müdigkeit und schlägt entsprechend einfachere Arbeitstätigkeiten oder Pausen vor. All das leitet das System aus Deiner Wortwahl, Lautstärke und Stimmlage ab.

 

Sleeping Businesswoman

 

„Wahrsager“-Software: Emotionsanalyse per Knopfdruck

 

Neben der Sprache liefern auch Bilder wichtige Informationen beim Affective Computing. „Geschulte“ Programme können aus Videoaufnahmen an nur einem gesprochenen Satz Dein Alter, Geschlecht und Charaktereigenschaften erkennen, beispielsweise ob Du extrovertiert, glücklich oder neurotisch bist – oder ob Du die Wahrheit sagst. So haben Forscher der University Michigan eine Software entwickelt, die anhand von Videoaufzeichnungen erkennt, ob jemand lügt. Dafür analysiert das Programm Mimik, Gestik sowie den Sprachduktus. In ersten Versuchen lag die Treffsicherheit der „Wahrsager“-Software sogar höher als die Beurteilungsgabe menschlicher Probanden.

Empathische Computer werden Dich in Zukunft wohl immer besser verstehen und auf Dich eingehen. So könnten Siri und Google Now eines Tages anhand Deiner Spracheingabe „Was mache ich heute Abend?“ wissen, ob sie Dir eine Sitcom im TV oder doch lieber eine Technoparty vorschlagen. Wofür Du Dich letztendlich entscheidest, bleibt natürlich Dir überlassen.

 

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA eingeben *

×