Die Förderung von Medienkompetenz ist uns ein wichtiges Anliegen. Vodafone unterstützt deshalb das Projekt “Schüler lesen Zeitung” der Rheinischen Post:
“Schüler lesen Zeitung” ist ein sechswöchiges Projekt für die siebten bis zehnten Jahrgangsstufen aller Schulformen. Die Schüler analysieren den Aufbau der Zeitung und lernen, Informationen zu verarbeiten. Dadurch unterstützt die Rheinische Post die Pädagogen bei der Vermittlung von Lese- und Medienkompetenz. Alle teilnehmenden Schüler erhalten während des Projekts gratis die Rheinische Post. Mehr als 16.000 Schüler aus 640 Klassen nahmen im vergangenen Jahr teil – mehr als jemals zuvor.
Die Schüler verfassen dabei selbst auch Berichte und Reportagen. Die besten Artikel wurden von einer Fachjury ausgesucht. Zwei der Gewinner-Beiträge stellen wir euch hier im Blog vor.
Paul Meerkamp und Mara Franke vom Heinrich-Heine-Gymnasium in Mettmann berichten über die Ausbildung und den Alltag von Schulsanitätern:
Schüler helfen Schülern
“Zwei Sanitäter bitte in die Sporthalle”Ein Schüler bricht zusammen, beim Fußball spielen hat er den Ellenbogen eines Mitspielers in die Magengegend bekommen. Die Bauchdecke ist verhärtet, alles deutet auf eine innere Blutung hin. In einem solchen Fall gilt es schnell zu handeln, bevor sich die Lage des Patienten verschlimmert. Wichtig ist hierbei vor allem die medizinische Erstversorgung bis der Rettungswagen eintrifft.
Für solche und ähnliche Situationen bildet der Biologie- und Sportlehrer Frank Mielke am Heinrich-Heine-Gymnasium Mettmann jährlich Schüler und Schülerinnen ab der siebten Klasse zu Ersthelfern aus. In dem 16-stündigen Lehrgang, der in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz stattfindet, werden den Teilnehmern die Grundlagen der Ersten Hilfe vermittelt. Der Rahmen der Ausbildung reicht von der Behandlung einer Verstauchung bis hin zur Herz-Lungen-Wiederbelebung. Dabei wird jedoch auch die psychologische Komponente nicht außer Acht gelassen. “Helfen, Betreuen, Trösten” sind die Begriffe, die der ehemalige Rettungsassistent dazu nennt. Darüber hinaus informiert er seine Schüler und Schülerinnen auch über rechtliche Hintergründe und die Konsequenzen, die sich aus ihrem Handeln ergeben können.
Herr Mielke rief die Ausbildung der Schulsanitäter vor einigen Jahren ins Leben, da er selbst, von seiner ehemaligen Arbeit als Rettungshelfer inspiriert, anderen das Interesse am Helfen und an der Medizin weitergeben möchte. Inzwischen erfreut sich der “Sanidienst” großer Beliebtheit: Dieses Jahr meldeten sich 19 Schüler und Schülerinnen zur Ausbildung an. “Ein Rekord”, so Mielke.
Doch was erwartet die bald fertig ausgebildeten Sanitäter? “Auch wenn die meisten Einsätze im Aufkleben von Pflastern oder Auflegen von Kühlpacks enden, so ist es schon wichtig, dass wir für die hin und wieder auftretenden Ernstfälle vorbereitet sind”, so Mara Franke, momentan in ihrem dritten aktiven Jahr beim Schulsanitätsdienst. Am häufigsten benötigt werden die Sanitäter im Winter, wenn durch fliegende Schneebälle und Glatteis die Verletzungsgefahr in die Höhe schießt.
Mit seinen aktuell acht aktiven Mitglieder ist Mielke im Großen und Ganzen sehr zufrieden: “Sie sind verlässlich, kompetent, motiviert und hilfsbereit”. Besonders stolz ist der Ausbilder, wenn er durch den Sanitätsdienst Schüler und Schülerinnen zu einer medizinischen Kariere motivieren kann. “Ein Beispiel dafür ist ein ehemaliger Schulsanitäter, der inzwischen bei den Johannitern tätig ist. Auch in unserer aktuellen Gruppe Schulsanitäter gibt es entsprechende Ambitionen.” Doch selbst wenn man sich keine medizinische Kariere als Ziel setzt, “so steigert der Sanitätsdienst die Sozialkompetenz”.
Abschließend kann man sagen, dass ein Schulsanitätsdienst an jeder Schule eine willkommene und sinnvolle Institution ist, beziehungsweise sein sollte, denn auch am Heinrich-Heine-Gymnasium sind “bisher alle Einsätze positiv verlaufen”.
Clara Dohm und Paula Abbate aus der Klasse 8f der Freih.-v.-Stein-Schule in Leverkusen haben die Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom zum Thema Integration von Menschen mit Behinderungen interviewt.
Miteinander lernen
“Integration behinderter Kinder”Wie werden behinderte Kinder heute integriert? Werden sie überhaupt integriert? Zu diesem Thema interviewten wir Frau Ostendorf, Mutter des zehnjährigen Jonathan mit Downsyndrom.”
Frage: Wird man als Familie mit einem behinderten Kind ausgegrenzt oder werden Sie von der Gesellschaft integriert?
Frau Ostendorf: Bewusste Ausgrenzungen gibt es selten. Mitunter ist die Teilhabe für die Familie erschwert, zum Beispiel bei der Mitgliedschaft im Sportverein oder der Musikschule. Natürlich gibt es auch andere, sprachlich bedingte Hürden. Aber ich finde, die Situation einer Familie mit einem behinderten Kind hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich gebessert. Dies liegt auch daran, dass Menschen mit Behinderung häufiger in den Medien wahrzunehmen sind.Frage: Sie sind Grundschullehrerin. Finden Sie persönlich eine integrative Schule vorteilhafter als eine Förderschule nur für behinderte Kinder wie die Hugo-Kükelhaus-Schule, die Jonathan besucht?
Frau Ostendorf: Für unseren Sohn ist eine Förderschule gut. Wir können uns einen gemischten Unterricht für ihn nicht vorstellen. Zudem ist die Arbeit im Klassenteam sehr gut. Das Konzept der Integration sollte in Deutschland aber weiter fortschreiten und in Zukunft mehr Geld für integrative Schulformen bereitgestellt werden.Frage: Jetzt zu Ihrem Alltag, welche Besonderheiten müssen Sie beachten?
Frau Ostendorf: Jonathan ist natürlich nicht so weit wie gesunde Kinder in seinem Alter. Er muss fast ständig beobachtet werden und man muss immer überlegen, wo er momentan steht und was man ihm zutrauen kann. Sich anzupassen, fällt ihm nicht leicht. Er tut sich mit nicht eingehaltenen Versprechen und kurzfristigen Änderungen von Plänen sehr schwer. Er braucht auch viel Zeit und Hilfe bei Dingen wie Zähneputzen, Nägelschneiden und Schulvorbereitung.Frage: Jonathan ist vor kurzem zur Erstkommunion gegangen. Sie waren seine Katechetin. Haben die anderen Kommunionkinder ihn integriert und akzeptiert? Wie sind deren Eltern mit der Situation umgegangen?
Frau Ostendorf: Jonathans Erstkommunion war eine sehr gute Erfahrung. Natürlich wissen wir nicht, was er gelernt und mitgenommen hat. Er wurde in seiner Gruppe akzeptiert und integriert. Wir wollten alle Kinder gleich behandeln. Dennoch war es uns wichtig, auf Jonathans Behinderung und seine Besonderheit aufmerksam zu machen und sie nicht zu verstecken. Wir haben offen hierüber informiert und bekamen hierzu sehr positive Rückmeldungen von den Kindern und Eltern.
Frage: Kommt Jonathan besser mit Kindern mit oder ohne Behinderung zurecht?Frau Ostendorf: Mit anderen behinderten Kindern hat Jonathan leider wenig Kontakt. Er kommt besser mit Menschen zurecht, die auf ihn eingehen und seine Wünsche erfüllen können. Im Moment hat er öfter Ärger mit seinen behinderten Schulkameraden. Wir hoffen, dass sich dies ändert.
Frage: Sie leiten eine integrative Musikgruppe. Sind hierbei die gesunden Kinder den behinderten Kindern gegenüber zurückhaltend?
Frau Ostendorf: Nein! Beim gemeinsamen Musizieren und Tanzen kommen sie bestens miteinander aus!








