Nov 2010
25

Lesen 3.0

Erstellt von Dirk Ellenbeck
Veröffentlicht in Apps, Neues, Technisches, Uncategorized

Geht es um die Frage, ob man ganze Bücher – egal, ob Belletristik oder Fachbücher – auch auf Smartphones und Tablet PCs lesen kann, spaltet sich die Welt meiner Freunde und Bekannten in zwei Lager. Da gibt es die, die so etwas grundsätzlich ablehnen und unter anderem mit dem beim Lesen wichtigen Erlebnis, Papier zu berühren, Seiten umzublättern und Seite für Seite in andere Welten einzutauchen begründen. Oder damit, dass Taschenbücher auch widrigen Umständen und Umwelteinflüssen – beispielsweise am Strand und bei Wind und Wetter – trotzen. Oder, dass sich Bücher auf Papier unabhängig von jeder Stromquelle lesen lassen. Bei letzterem Argument frage ich immer, wie diese Menschen denn ein Buch im Dunklen lesen. Und es gibt die Menschen, die sagen „mein Handy habe ich eh’ immer dabei, nur logisch, wenn ich darauf dann auch Bücher lese“. Ich gebe zu, ich gehörte lange zu denen, die eine gedruckte Ausgabe einer elektronischen vorgezogen haben.

Doch das hat sich dank aktueller Endgeräte und toller Software grundlegend geändert. Das deutsche Unternehmen txtr etwa bietet die gleichnamige Software für Handys mit dem Android Betriebssystem sowie für das iPhone und das iPad an.

Nach dem Download der App aus dem Android Market startet bei txtr der virtuelle Buchladen, in dem es die stolze Zahl von fast 230.000 Titeln gibt. Mehr als 180.000 davon sind englische Bücher, bleiben aber immer noch mehrere Zehntausend deutsche Bücher, die fein säuberlich nach Kategorien wie „Belletristik“, „Wirtschaft“ oder „Ratgeber“ sortiert sind. Unter „Belletristik“ wiederum finden sich weitere Unterkategorien wie „Romane/Erzählungen“, „Kriminalromane“ oder „Biographien, Erinnerungen“. Klickt man auf eine solche Unterkategorie werden die Titel inklusive Buchcover und mit dem Klappentext – also der Inhaltsangabe – gezeigt. Natürlich lassen sich alle angebotenen Titel auch einfach nach Autor oder Name durchsuchen. Bevor ein Buch auch wirklich auf dem Smartphone landet, muss es natürlich gekauft werden. Meist sind die elektronischen Bücher einen Euro günstiger, als die entsprechende gedruckte Ausgabe. Nicht ganz so einfach und transparent wie die Suche nach Büchern gestaltet sich allerdings der notwendige einmalige Anmeldeprozess bei txtr.  Zahlreiche Angaben müssen gemacht und Geschäftsbedingungen, die aufgrund zahlreicher beteiligter Partner, zu denen auch Adobe für die Umsetzung des so genannten Digital Rights Management – das ist der Kopierschutz, damit die Bücher auch nur vom Käufer gelesen werden können – gehört, akzeptiert werden. Aber dann steht dem Lesegenuss auch top-aktueller Titel der Bestseller Listen auf dem Smartphone nichts mehr im Wege.

Noch einfacher funktioniert die iBooks App auf dem iPhone und iPad, die für meinen Geschmack auch schöner umgesetzt ist. Einfacher geht es vor allem, weil Apple die Daten von mir und meinem bevorzugten Zahlungsmittel eh’ bereits für den iTunes Store gespeichert hat und konsequent auch im iBooks Store nutzt. Nach dem Start ist ein virtuelles Buchregal zu sehen, auf dem alle gekauften Bücher stehen. Wie auch bei txtr lassen sich zudem auch PDFs mit der App lesen – Allerdings gibt es sowohl für Android als auch für iPhone deutlich bessere Apps zum Lesen von PDF-Dateien. Besonders gut gefällt mir bei iBooks die automatische drahtlose Synchronisation von Lesezeichen. Die ermöglicht es mir als Leser, ein Buch auf mehreren iPhones und iPads zu lesen (OK, mehrere iPhones haben wohl die wenigsten, aber ein iPhone und ein iPad zugleich doch vielleicht noch der ein oder andere außer mir) ohne, dass ich mir immer merken muss, auf welcher Seite ich gerade war. Die Schriftart und Größe lässt sich den Vorlieben nach anpassen, ebenso die Helligkeit.

Seit ich mich durchgerungen habe, Bücher auf dem Smartphone und Tablet PC zu lesen, lese ich tatsächlich wieder mehr. Weil ich etliche Bücher jetzt immer dabei habe, kann ich jederzeit und überall lesen. Und wenn es nur ein paar Minuten Wartezeit beim Arzt oder sonst wo sind. Und selbst Abends im Bett lese ich jetzt digital. Endlich kein Licht mehr, dass ich vergesse auszuschalten und von dem ich dann mitten in der Nacht wach werde, weil es noch leuchtet. Und damit mich auch kein verirrter Anrufer weckt, schalte ich mein Handy in den Flugmodus.

3 Responses to “Lesen 3.0”

  1. 1
    osc Says:

    So gern ich Elektronik und Spielzeug dieser Art habe, aber lesen will ich dann doch lieber auf traditionelle Weise. Ein Buch im Schrank stehen zu haben ist doch viel schöner, als ein PDF auf der Platte.

  2. 2
    DSL Vergleich Says:

    @osc Da gebe ich dir im Recht. Das gute alte Buch ist für mich auch immer noch erste Wahl. Das gilt zumindest für zu Hause. Wenn ich unterwegs bin, schätze ich allerdings diese neuen technischen Möglichkeiten.

  3. 3
    Susanne Says:

    Für ein Fachbuch oder für Anleitungen sind diese neuen Möglichkeiten schon super, allerdings für Romane und andere Schmöker bevorzuge ich auch das gute alte Buch. Das wird dann auch gemütlich auf dem Sofa gelesen.

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