Letzte Woche fand bei Vodafone das erste CompanyCamp. Dabei ging es nicht darum, gemeinsam mit Kollegen auf dem Campus zu übernachten (wobei das doch auch einmal eine ganz nette Idee wäre), sondern es handelte sich um eine Innovationsveranstaltung, die aus dem Konzept eines Barcamps und der Idee interne Firmen-Veranstaltung mit externen Referenten besteht.
Das Team New Business Development & Innovation organisierte 21 Sessions mit verschiedensten externen Referenten wie Dietrich Boelter (Berater und Autor des Buches Die neuen Meinungsmacher), Jonathan Imme (Digital Native und Co-Founder von Palomar5) oder Nick Sohnemann (Innovationsberater, TrendONE). Darüber hinaus konnten Mitarbeiter eigene Themen zur Diskussion stellen.
Da mich der Abend sehr begeistert und inspiriert hat, möchte ich Euch an meinen Erfahrungen gerne teilhaben lassen und zeige Euch somit meinen persönlichen Timetable des Abends.
Erste Session: Die Zukunft des Online Campaigning
Mit rund 40 Teilnehmern lauschte ich dem Vortrag des Kommunikationsberaters Dietrich Boelter, der Mutualized Engagement als neuen Leitbegriff für das Campaigning der Zukunft am Beispiel des Wahlkampfes von Barack Obama vorstellte. „Because it’s about you“ – eine Bewegung, die auf den Einzelnen abzielt. Obama schaffte es mit seinem Wahlkampf, Bürger zu emotionalisieren und sie am Wahlkampf zu beteiligen. Mit Tools wie „Talk to your neighbour“ ermöglichte er seinen Anhängern als seine Botschafter zu agieren und bezog den Einzelnen in den Wahlkamp mit ein. Zahlen, die beeindrucken: 200.000 Offline Events, 400.000 Blog Posts und 7,8 Millionen Fans auf Facebook!
Zweite Session: Ad-hoc Netzwerke
Auf die Frage „Was passiert wenn alles und jeder miteinander vernetzt ist?“, die Jan-Harald Fuchs und Dietmar Kaufmann von Vodafone stellten, erfolgte ein interessantes Brainstorming mit Ideen wie ad-hoc Ebay in der Straßenbahn, da jeder schon von jedem weiß, was er aktuell loswerden möchte oder einer ad-hoc Single-Börse, denn auch die Vorlieben und Lieblingsplätze finden sich automatisch zusammen.
Zudem könnten Firmen wirklich just in time produzieren, da sie künftig wissen, wer wann vorhat, etwas zu kaufen und wann die für sie kritische Masse erreicht ist. Dies hieße jedoch auch, dass wir keine Fahrpläne für Straßenbahnen oder Programme für Kinos mehr benötigen würden, da die S-Bahn und das Kino die wartenden Schlangen automatisch erkennen. Auf der anderen Seite wurde auch schnell deutlich, welche Bedeutung das Thema Sicherheit bei einer derartigen Vision bekommt und das auch hier einige Geschäftsmodelle denkbar sind. Man darf gespannt sein, was uns davon in der Zukunft wirklich erwartet…
Hier zumindest schon einmal die Sieger der Ideen aus Investorensicht, in die wir nach dem Brainstorming direkt selbst geschlüpft sind:
1. Ad hoc ebay, ich trage meine Angebote immer mit mir herum und interessierte Käufer sehen und kaufen diese direkt.
2. Ad hoc mob, wir rotten uns zusammen, wollen von X nach Y fahren, die Masse wird erkannt und ihr Wunsch erfüllt.
3. Ad hoc find my stuff, ich wurde bestohlen und sehe direkt wohin mein Hab & Gut transportiert wird.
4. Ad hoc logistik, mein Schuh geht kaputt und der Hersteller sendet mir direkt den neuen.
5. Ad hoc find me a new friend, wir laufen immer in den gleichen Laden, trinken die gleichen Drinks – warum nicht auch gemeinsam?
Dritte Session: The Outernet – Die Zukunft des Internets
Eine Reise in das Jahr 2021, die uns alle Gänsehaut verschaffte. Von der bionischen Kontaktlinse mit der These, dass Gesichter und Objekte in der Zukunft zum Hyperlink werden, über die persönliche digitale Aura, die es mir erlaubt eine Business und private Aura zu kreieren und zwischen diesen in Real Time zu switchen, RunPee, einer App, die dafür sorgt, dass ich künftig während meines Lieblings-Kinofilms sorgenlos dem menschlichen Bedürfnis nachgehen kann bis zur bequemen Shopping Erfahrung per „Virtual Mirror“. Apps wie Wikitude oder Junaio sind heute schon Beispiele einer „Augmented Reality“, d.h. einer Ausweitung der Sinneswahrnehmung des Menschen durch Sensoren von Umgebungseigenschaften, die der Mensch selbst nicht wahrnehmen kann. Man darf gespannt sein, welche Anwendungsszenarien sich in Zukunft durchsetzen und wie wir mit dem Outernet umgehen werden. Die Präsentation zu diesem Thema hat Nick Sohnemann (TrendOne) auch beim MoMo Germany National Summit Ende 2009 gehalten, so dass Ihr sie Euch hier anschauen könnt.
So, ich hoffe Ihr habt ein kleines Gefühl bekommen, wie inspirierend dieser Abend für mich als Teilnehmer war und dass es immer wieder Spaß macht, sich mit Trends und Innovationen zu beschäftigen. Und wenn Ihr selbst noch coole innovative Apps o.ä. empfehlen könnt, würde ich mich über einen Kommentar zum Artikel freuen!









Juli 7th, 2010 at 1:20 pm
Schade ich wäre gerne dabei gewesen, aber leider habe ich nichts von der Veranstaltung gewusst. Vllt könnte man so ein Event das nächste mal besser kommunizieren (Rundmail, etc.)
Juli 7th, 2010 at 1:52 pm
Bei Vodafone in Düsseldorf ging eine Rundmail zur Anmeldung über den Verteiler. Ich denke nach diesem ersten Piloten werden die Kollegen das bestimmt auch auf andere Standorte ausrollen.
Juli 7th, 2010 at 2:36 pm
Hmm scheint wohl so zu sein, dass nur Düsseldorfer Kollegen eingeladen waren. Wäre auf jeden Fall super, wenn sowas auch mal in anderen Regionen gemacht würde oder man zumindest auch mal eingeladen wird.