Bei Wikipedia kann man lesen, dass die Ursprünge des rheinischen Karnevals, und damit auch des Düsseldorfer Karnevals, möglicherweise auf die römischen Saturnalien zurück gehen. Denn es dürfte feststehen, dass die römische Besatzung am Rhein sie nach heimatlichem Brauche mit einem Umzug und einem Schiffswagen beging. Allerdings gab es nach dem Abzug der Römer bis zu Beginn des Mittelalters eine Unterbrechung in diesem Brauchtum.
Dazu passend möchte ich den Kabarettisten Konrad Beikircher zitieren: “Das Rheinland ist die einzige mediterrane Gegend Deutschlands.”
Weiter berichtet Wikipedia: Eine ebenso große Bedeutung hat in Düsseldorf der „unorganisierte“ Karneval. Weiberfastnacht und der Karnevalssonntag sind dort die Höhepunkte. Auf Weiberfastnacht stürmen die Frauen um 11:11 Uhr das Rathaus. Die berufstätigen Frauen feiern am Arbeitsplatz und begeben sich auf „Trophäen“-Jagd, die darin besteht, möglichst vielen männlichen Kollegen die Krawatte abzuschneiden…
Und damit wären wir schon bei Vodafone im fröhlichen Düsseldorf am Seestern. Ab 11 Uhr 11 kann es den Kollegen passieren, dass sie von jecken Kolleginnen mit einer Schere verfolgt werden und diese erst ihr närrisches Treiben beenden, wenn sich das männliche Opfer ergibt und sich willig die Krawatte abschneiden läßt. Aber immerhin gibt es ja dafür auch das traditionelle Bützchen. Die “Trophäen” klebt sich die erfolgreiche Krawattenjägerin mit Tesafilm an die Bürotür.
Männer, die bei Vodafone arbeiten und glauben ihren Kolleginnen ein Schnippchen schlagen zu können, in dem sie an diesem wichtigen Tag mit Rollkragenpullover oder ohne Krawatte erscheinen, werden nicht unbedingt verschont, denn ihnen kann man auch sehr gut den Kragen abschneiden. Kluge Männer erscheinen mit der Krawatte, die sie am wenigsten leiden können. Beispielsweise mit der, die Mutti immer so schön fand, und erfreuen so ihre Kolleginnen. Dank Weiberfastnacht sind sie in kürzester Zeit das ungeliebte Teil los, ohne das die Mutti schimpfen kann. Von dem Spass mit den Kolleginnen ganz zu schweigen. Es soll schon Kollegen gegeben haben, die gleich mehrere ungeliebte Krawatten auf diese Weise entsorgt haben sollen.
Das wunderliche an dem karnevalistischen Treiben am rheinischen Arbeitplatz ist, dass trotz Konfetti, Luftschlangen-Deko und Kostümierung gearbeitet wird. Es werden Karnevalslieder gehört und man beißt genüsslich in die obligatorischen “Berliner” und hofft, dass man nicht den erwischt, der statt mit Marmelade mit Düsseldorfer Löwensenf gefüllt ist. Daher sei an dieser Stelle der Kabarettist, Jürgen Becker zitiert, der in seinem bedeutenden Werk über den rheinischen Kapitalismus zum Besten gibt, dass die Kombination aus rheinischem Frohsinn und rheinischer Geschäftstüchtigkeit anderen Stämmen suspekt sei.
Als Düsseldorferin und Rheinländerin freue ich mich schon auf morgen und die nächsten Tage. Ich hoffe wie jedes Jahr, dass an Karneval das Wetter schön ist. Denn nichts sieht bunter und fröhlicher aus als ein Rosenmontagszug unter blauem Himmel.









März 23rd, 2010 at 12:41 am
das sieht nach viel Spaß aus und erinnert mich an die Oktoberfest-Zeit hier bei uns in München. Gibt es noch weitere lustige Bilder aus dem Büro? Zum Beispiel von abgeschnittenen Krawatten ;)?
März 25th, 2010 at 4:59 pm
@corneliaamelie freut uns sehr, dass Dir unser Artikel gefällt. Im Unterschied zur ‘Wiesn’ gibt es bei Karneval weniger Dirndlträgerinnen :-) Leider haben wir dieses Jahr kein wirklich gutes Bild von abgeschnittenen Krawatten, wir werden das aber im nächsten Jahr nachholen, versprochen!