Jan 2010
22

CeBIT durch die Jahrzehnte – ein Erfahrungsbericht

Erstellt von Marion Stolzenwald (Vodafone)
Veröffentlicht in Vodafone

CeBIT - irgendwie schleicht sie sich immer rückwärts an. Und das jedes Jahr. Bald ist es auch dieses Jahr wieder soweit, die von Journalisten organisierten Presseveranstaltungen CeBIT Previews in München (vorgestern am 20. Januar) und nächste Woche in Hamburg am 28. Januar werfen bereits ihre Schatten auf die ‘richtige’ Messe. Auch wir sind wieder dabei, und zwar sowohl auf den Vorschauen als auch auf der ausgewachsenen CeBIT. Hier erzählen wir vorab, was Ihr von uns auf der großen IT/TK-Messe erwarten könnt:  Business, Apps und das Nexus One.

Meine wievielte CeBIT wird das eigentlich? Gefühlte Jahrhunderte war ich vor Ort, in Hannover im März. Es ist schon verdammt ungerecht, dass die CeBIT im noch kalten März stattfindet und die Hannover Industriemesse im April, wo der Aufenthalt im Freien schon deutlich angenehmer ist. Daher mein Vorschlag an die Deutsche Messe AG: Bitte tauschen Sie die Termine der beiden Messen! Ich möchte Hannover endlich mal im Frühling erleben.

Und doch liebe ich die CeBIT. Denn nirgendwo sonst kann man an einem Ort so viele Leute aus dem eigenen Business treffen wie in Hannover. Hannover, das ist für mich sozusagen „Xing live“. Wenn ich alle die Menschen, die ich in den letzten Jahren in Hannover während der CeBIT kennen und viele davon auch schätzen gelernt habe, hätte besuchen wollen, wäre ich noch heute unterwegs.

Aber es gibt auch die andere Seite der CeBIT. Denn das, was ich jahrelang erlebt habe, ist – der Wind weht von allen Seiten, aber auf jeden Fall immer in dein Gesicht. Von dem Messe-Shuttle, welches du gerne genommen hättest, um dir nicht die Füße auf dem Messegelände platt zu laufen, siehst du immer nur die Rücklichter. Und abends fahren die Taxis auf das Messegelände, aber da, wo du bist, kommen sie nicht hin. Früher oder später passen dir deine Schuhe nicht mehr und deine Füße tun dir weh. Nach etwa drei Tagen auf dem Messestand hörst du dein Handy nicht mehr, weil der Geräuschpegel der gut besuchten Messehalle dir auf die Ohren geht. Du fängst an heiser zu werden, weil deine Stimme es nicht mehr schafft und sich dein Immunsystem langsam verabschiedet. Du führst ein Gespräch mit einem Besucher und fragst dich, wovon du eigentlich reden wolltest. Das passiert aber erst gegen Ende des Messe-Einsatzes, wenn auch die Konzentration nachlässt. Und dann fährst du erschöpft nach Hause und freust dich auf die nächste CeBIT. Komisch, oder?

2 Responses to “CeBIT durch die Jahrzehnte – ein Erfahrungsbericht”

  1. 1
    Henning G Says:

    Hallo Marion Stolzenwald,

    mein Tipp zum Überleben sind Halsbonbons (ich präferiere die “blauen” es könnten aber auch die Schweizer “Wer hats erfunden”?) sein und einen warmen Schal, damit der Hals sich nicht erklälten kann. In die stabilen Schuhe ziehe ich zwei paar Socken übereinander, so habe ich mal eine CeBIT vom ersten bis zum letzten Tag als Besucher überstanden :-)

    Aber die CeBIT hat ein Problem. Sie weiß nicht wohin sie will.
    Ich stimme zu, daß die CeBIT ein “Xing” der Branche sein sollte, aber dafür müßten auch alle da sein. Und das ist längst nicht mehr der Fall. Immer mehr Firmen “hauen ab”, weil bereits im Februar der Mobile World Congress (einst in Cannes, traumhaft, heute in Barcelona, fast schon zu voll) stattfindet. Nokia ist nicht mehr in Hannover, kommen Sony-Ericsson, Ericsson, Samsung, HTC, Motorola noch?
    Dann die Service-Provider. Früher waren alle da, ok. heute gibts kaum noch welche, aber sind Mobilcom-Debitel (mit all seinen Untermarken) oder die Drillisch AG da? Ist der zweite Düsseldorfer Netzanbieter (Betreiber sag ich lieber nicht :-) anwesend? Und die deutsch-britisch-spanischen Münchner?) Oder die Discounter? Sie gehören auch dazu… Dann die Anbieter von “Content”, “Diensten” und Produkten rund ums Handy… da dürfte es dieses Jahr auch gewaltige Lücken geben.

    Lange Jahre war die Telekommunikation in oder um Halle 26 vereint, dieses Jahr ist der Bonner Netzbetreiber in Halle 4, Vodafone wieder in seinem eigenen Gebäude oder im Japan-Pavillon gegenüber von 26 ?

    Vielleicht muß etwas neues her, ein Ort wo sie wieder alle hinkommen. Sicher, wir sind heute permanent vernetzt und online, aber an einem Live-Treff der Akteure, der Insider, der Anwender, der Kunden kommen wir auf Dauer nicht vorbei.

    Ich schwanke noch, ob ich dieses Jahr zur CeBIT fahren soll. Vielleicht für 1 (Presse) Tag?

  2. 2
    Marion Says:

    Hallo Henning G,

    vielen Dank für den Kommentar. Da kommt mir doch direkt die nächste Idee unter dem Motto “Tipps und Tricks” für ein erfolgreichen CeBIT-Einsatz oder CeBIT-Besuch. Ich persönlich bevorzuge für Husten und Kratzen im Hals, die in der Tüte, wo der Fisch-Trawler drauf abgebildet ist. Und noch wichtiger ist ein leistungsfähiger Taschenschirm, den es nicht gleich beim ersten Windstoss zerlegt.

    Sicher hat die CeBIT ein Orientierungsproblem. Aber nicht nur die Ausrichter dieser Messe, sondern aus meiner ganz persönlichen Sicht auch die Aussteller. Was ich nicht sicher weiß, ist ob die IT-ler das Problem mit den Telco-Unternehmen grundsätzlich teilen. Auf der anderen Seite haben sich die Märkte total gewandelt und die Frage ist, auf welchen Messen muss man heute als Unternehmen überall präsent sein? Schliesslich sind Messen ja auch Investionen in die Zukunft eines Unternehmens und Ziel muss es daher sein über einen solchen Messeauftritt die richtige Botschaft an die Zielgruppe zu platzieren. Oops, da kommt die ehemalige Marketingfrau wieder in mir durch.

    Vor ein paar Jahren war die CeBIT noch eine “Schlacht der Giganten”. Ich meine, wenn man bedenkt, dass beispielsweise in der Druckindustrie eine “DRUPA” nur alle vier Jahre stattfindet, so ist es doch erstaunlich, dass für die IT- und Telco-Leute heute immer in einem Jahr mehrere Messe an den Start gehen.

    In diesem Sinne viel Spass in Hannover. Vielleicht laufen wir uns ja über den Weg.

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