Jan 2010
15

Wie kommt das Kabel unter die Erde?

Erstellt von MargareteS
Veröffentlicht in Technisches

Ein Spühlbohrer

Über die Frage, wie das Kabel unter die Erde kommt, hatte ich – vom Mobilfunk kommend – bisher nie nachgedacht. Bis ich letztlich von den Kollegen aus der Technik erfuhr, dass in Hintschingen ein Glasfaserkabel für VDSL mittels Spülbohrung verlegt wird.  Spülbohrung? Nie gehört. Also bin ich hingefahren und habe mir das angeschaut.

Auf einer Wiese stand ein eher unscheinbares, nicht allzu großes Gerät auf Ketten. Davor eine Grube, durch das sich ein Metallrohr in die Erde bohrt. Das Spülbohrverfahren verläuft in mehreren Arbeitsschritten. Zuerst wird eine Probebohrung mit einem rotierenden steuerbaren Spülbohrkopf durchgeführt, dabei wird nach und nach das Bohrgestänge verlängert. Im zweiten Schritt wird das Bohrloch vergrößert und anschließend wird das Leerrohr in die Erde eingezogen. Vorher müssen am Anfang und am Ende des Bohrstückes kleine Gruben ausgehoben werden. Mehr ist an der Oberfläche nichts zu sehen. Im Gegensatz zu anderen Verfahren der graben­losen Rohrverlegung steht das Spülbohrgerät nicht in, sondern vor der Startgrube. Mit diesem Verfahren, das ursprünglich aus den USA kommt, können Rohre ohne Zwischengruben bis zu 200 Meter Länge verlegt werden.

In Hintschingen wurde so das Glasfaserkabel von der nahe gelegenen Bahntrasse bis zum Ortseingang gezogen. Dies, ohne dass die landwirtschaftlich genutzten Felder in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn alles nach Plan läuft werden die Bürgerinnen und Bürger des baden-württembergischen Ortes in den nächsten Wochen mit bis zu 25 Mbit/s ins Netz gehen können. Für mich ein spannender Blick hinter die Kulissen des DSL-Netzausbaus, für die Hintschinger der lange ersehnte schnelle Zugang zum Netz.

One Response to “Wie kommt das Kabel unter die Erde?”

  1. 1
    Daniel Says:

    Guter Post – man macht sich leider gar keine Gedanken mehr über die Technik hinter der Technik :-) Zum Glück muß man sagen ist Kommunikation mittlerweile egal ob mobil oder stationär ein ständiger Begleiter geworden.

    Servus aus München,
    Daniel

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