Ich möchte mit meinem Artikel gerne die Brücke schlagen zwischen der Verteilung von Essen an Bedürftige und der Kommunikationstechnik, wozu ich als Vertreter von Vodafone hier in Bangkok meinen Beitrag leisten kann.
Bevor ich tiefer in das eigentliche Thema einsteige und damit es auch am Ende des Artikels nicht untergeht, möchte ich mich gerne bei allen für die vielen Zuschriften bedanken, die ich aufgrund des Artikels in der Mitarbeiterzeitschrift „Update“ erhalten habe. Ein Kollege von Vodafone Deutschland hat sogar auf einem Rückflug von einer Konferenz in Singapur halt in Bangkok gemacht, um mich für 5 Stunden zu besuchen.
Besonders möchte ich den Kollegen danken, die ich aufgrund fachlicher Fragen kontaktiere, egal an welche Vodafone-Kollegen ich mich wende, ob in Albanien, Spanien oder Deutschland, alle Kollegen antworten innerhalb weniger Stunden, manchen innerhalb weniger Minuten (<5 Min.). Ich erwähne das auch gerne, um zu zeigen, wie gut die Kommunikation bei Vodafone weltweit funktioniert, auch wenn wir es – die wir mitten drin stecken – oft gar nicht zu schätzen wissen, weil es so selbstverständlich geworden ist. Damit bin ich aber auch schon beim Thema. Was wenn es auf einmal kein Mobilfunknetz, kein Internetzugang, keine Email oder nicht einmal Strom gibt? Und das Ganze passiert in Form einer Katastrophe, wo es um Menschenleben geht und jede Sekunde zählt. An dieser Stelle spielt der schnellstmögliche Aufbau eines Kommunikationsnetzes eine ganz ausschlaggebende Rolle.

Ohne Kommunikation (Telefonie, Email, Instant Messaging, Fax) vor Ort wäre die Verteilung von Essen an Bedürftige erheblich beeinträchtigt.
Essen ist womöglich genug vorhanden, aber es muss u.a. geklärt werden, wie viele Hilfskräfte und welche Mittel (Helikopter, Flugzeuge, LKW, Schiffe) benötigt werden, um das Essen schnellstmöglich an die Zielorte zu den Bedürftigen zu bringen. Dies ist in Katastrophenfällen eine riesige logistische Herausforderung.
Hinzu kommt, dass sich die Hilfsorganisationen vor Ort gegenseitig unterstützen. Dies benötigt Absprachen, die ohne Kommunikationsnetz nicht möglich wären. Kommunikation ist also eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass die richtige Menge Essen, die richtige Art Essen, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eintrifft.
Hinter dieser Planung steckt das World Food Programme (WFP) mit seiner Einheit „Information and Communications Technology“ kurz „ICT“. Und hier arbeite ich derzeit. ICT agiert nicht nur im Auftrag von WFP, sondern kann auch von anderen „Agencies“ – wie wir die Einheiten intern nennen – beauftragt werden, wie z.B. andere United Nations Agencies (z.B. UNICEF), Non-Governmental Organizations (NGO’s) und Inter-Agencies (IA).
ICT hat also „Agency-übergreifend“ ein Mandat zur schnellstmöglichen Sicherstellung eines Kommunikationsnetzwerkes in einer Operation. Da Zeit hier eine entscheidende Rolle spielt, und Experten nicht immer und überall verfügbar sind, versucht man, möglichst gut auf Katastrophenfälle vorbreitet zu sein (Emergency Preparedness). Dazu gehört es auch, Standards zu implementieren. Betrachtet man das Ganze jetzt länderübergreifend, dann ist die Frage einfach beantwortet, warum Vodafone mit den Erfahrungen und der Kompetenz seiner Mitarbeiter hier wertvolle Unterstützung leisten kann.
Es dauerte ein wenig, bis ich mir einen Überblick über die gesamte United Nations Organisation – runter gebrochen auf meinen eigentlichen Auftrag – verschaffen konnte, aber nach 3 Monaten kann ich sagen, dass ich tief in Projekte involviert bin. Dazu gehört z.B. die Standardisierung von Wi-Fi Netzen, die Standardisierung des EMK (Emergency Mobile Kit). Darüber hinaus leiste ich meinen Betrag zu Projekten im Bereich der Private Partnerships, die nach Lösungen suchen, sich Technik aus dem Mobilfunkbereich für Warnmeldungen, Spendenaufrufen und Spenden selbst zu Nutze zu machen.
Das Angenehme und sicherlich sehr Kostbare an meiner Arbeit ist, dass ich andere Kulturen kennenlernen darf, und das nicht begrenzt auf die Abschnitte, die ich als Tourist erfahren würde. Übrigens ist auch das Suchen einer Wohnung in Bangkok ein Abenteuer und eine Lebenserfahrung ;-)
Ich kann jedem der noch nicht hier war, einen Urlaub in Thailand nur empfehlen. Der Urlaub sollte sich nicht auf Bangkok oder Phuket beschränken. Das Reisen innerhalb des Landes ist einfacher und günstiger als man es vielleicht vermuten würde. Und nur außerhalb der Touristenzentren lernt man die Gastfreundlichkeit der Thailänder kennen und schätzen.
Wer interessiert ist, mehr über die Vodafone Foundation oder die anderen Kandidaten des Programms zu erfahren, empfehle ich diese englischsprachige Webseite.
Mit besten Grüßen aus Bangkok
Marco








