Zehn Jahre lang war Arcor meine Marke. Ich durfte als typischer Festnetzer den blauen Schriftzug mit dem stilisierten Hörer durch die TK-Welten begleiten: Auf dem Weg vom Telefonanbieter zum Serviceprovider, beim Sprung vom analogen Internetzugang in die DSL-Welt, von der By-Call-Sparvorwahl über die ISDN-Lösungen bis zum Sprachservice auf NGN-Basis. Und nun, einfach so: Adieu, Arcor? Keineswegs. Seit einem Jahr rücken Festnetz und Mobilfunk in der neuen Vodafone Welt täglich ein Stück näher zusammen, haben beide Unternehmen als einheitliches Team bereits erste neue Lösungen, wie das Surf-Sofort-Paket, entwickelt wachsen das Beste aus Festnetz und Mobilfunk step-by-step zusammen. Ein Jahr lang war Zeit für (m)einen persönlichen Abschied von der Marke – darum genügt jetzt ein leises „Servus“.
Und: Es geht weiter. Als „Festnetzer“ erhalte ich – und unsere Kunden – mit unseren Produktthemen Zugang zu neuen „mobilen“ Welten. Das eröffnet Möglichkeiten. Für das Festnetz startet aus meinem Blickwinkel tatsächlich eine neue Zeitrechnung – Konvergenz ist eines der zugehörigen Stichworte!
Für unsere bisherigen Arcor-Kunden verläuft der Namens- und Markenwechsel übrigens ohne Einschränkungen. Im Gegenteil: als Teil der weltweiten Vodafone-Gruppe profitieren sie von der größeren Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen.
Paul Gerlach, Pressesprecher (Arcor) und nun Vodafone









August 5th, 2009 at 3:14 pm
Als Ex-Arcor-Kunde möchte ihr hier mal meine Erfahrung schildern.
Jahrelang war alles i.O. bis eines Tages mein DSL Anschluss instabil wurde: von einem Ausfall pro Tag bis zu Ausfällen alle 15 Minuten war alles drin. Mehrere Anrufe bei Arcor haben nichts erbracht. Angebliche von Arcor bestellt Telekommitarbeiter kamen entweder gar nicht (schade um den frei genommenen Arbeitstag und die Warterei) oder machten nur eine einfache Messung, ob die Leitung überhaupt vorhanden ist.
Der Höhepunkt war das “Angebot”, meine 3,5 MBit Leitung auf 2 MBit herunter zu drosseln – verbunden mit einer 2 jährigen Vertragsverlängerung.
Meine Reaktion war die Kündigung und der Wechsel zu einem anderen Anbieter, bei dem ich nun stabile 6 MBit genieße.
Woran es letztendlich lag, weiß ich nicht. War als Kunde auch nicht meine Aufgabe, dies herauszufinden.
Als langjähriger Arcor-Kunde jedoch habe ich mich im Stich gelassen gefühlt und daraus meine Konsequenz gezogen.
August 5th, 2009 at 8:50 pm
Hallo Herr Gerlach,
früher hielten Marken Jahrzehnte oder noch länger, im TK-Markt ist das alles viel schnell-lebiger geworden. Wo geht der Trend hin? Totale Fixed-Mobile-Integration oder eine Renaissance des drahtgebundenen Festnetzanschlusses, z.B. weil die Kunden schnelles Internet möchten?
August 6th, 2009 at 5:19 pm
vodafone-Blog: Suicid auf Raten!?…
Knapp einen Monat nach der vodafone Live-PK zur Generation Upload fragt ‘tkx_hamburg’ (am 05. August, 13:42 Uhr) im vodafone-Blog zurecht: “Irgendwie interessiert das nicht so recht… Aber wann kommen endlich die versprochenen neuen Tarife und Dateno…
August 6th, 2009 at 8:36 pm
Da haben die Arcor-Bestandskunden voller Spannung auf die sich nun anbahnende “Konvergenz” am 01.08. gewartet und es blieb wie versprochen alles beim Alten. Der Arcor-Kunde, welcher bereits einen Arcor Mobil-Tarif nutzte, wagte zu hoffen endlich auch Inklusivvolumen > 50 MB oder gar eine UMTS-Flatrate buchen zu können. Das mobile Breitband verspricht ja angeblich große Gewinne für die Provider, wird aber dem “Ex”-Arcor-Kunden noch immer vorenthalten :-( Eine Vodafone-SuperFlat, bei der das Volumen nur auf dem Mobilfunkgerät, aber nicht mit dem Laptop genutzt werden darf, steht nicht gerade für “Konvergenz”.
Die Umbenennung ist erfolgt, aber zumindest den Altkunden ist der Weg ins mobile Internet noch versperrt – zumindest als Ergänzung zu bisherigen Arcor-Tarifen und zwei Rechnungen/ Kundennummern als Alternative wären nun wirklich paradox.
August 7th, 2009 at 1:54 pm
Hallo Herr Gajek,
es wächst eine Fixed-Mobile-Integration: Beide Wege werden eins – mobile Lösungen und Festnetz. Letztendlich will ich als Kunde keine technische Trennung, sondern Lösungen. Und das einfach und schnell.
Beide Varianten können sich im Sinne des Kunden ergänzen. Bleibe ich doch bei meinem Beispiel des Surf-Sofort-Pakets: Der Mobilfunk überbrückt die Zeit bis zur DSL-Anschaltung. Als Kunde habe ich danach beide Lösungen, kann den (DSL)-Familienanschluss zuhause nutzen und unterwegs den zugehörigen Stick als Singlelösung am Netbook. Das ist ein erster Schritt gemeinsamen Denkens und bei uns bereits in den ersten Wochen des gemeinsamen Arbeitens entstanden.
Und zugleich gilt: Der Trend heißt Geschwindigkeit – ein Schlüssel für neue Anwendungen. Das hat sich beim Schritt von Analog auf Digital bereits gezeigt. Dabei bedienen Mobilfunk und Festnetzseite unterschiedliche Bedürfnisse. Zuhause brauche ich keine Navigationshilfen. Aber wer bitte bucht sein Urlaubshotel an der Bushaltestelle?
Gruß
Paul Gerlach
August 7th, 2009 at 3:41 pm
Ich frage mich bei dem Thema immer wieder wieviel das Vertrauen der Kunden zu Arcor als DSL und Festnetzanbieter Wert war und wie schnell man den Verlust durch Synergieffekte etc. wieder ausgleichen kann.
mfg
August 7th, 2009 at 6:43 pm
Hallo Frank, zu ihrem ersten Kommentar:
in der Tat, Sie sprechen genau die Dinge an, die beim Zusammenwachsen beider Häuser gelöst werden müssen. Und das erfordert die Zusammenführung unserer Technik, unserer Produkte – aller Services und Leistungen! Maximale Sorgfalt ist dabei ein Muss!
Andererseits zeigt sich, dass das Zusammenwachsen von Festnetz- und Mobilfunkwelt detailliert Ihren Wünschen entspricht. Und: Ja, wir arbeiten daran. Wie Sie korrekt anmerken, haben wir bereits für Neukunden Grenzen zwischen beiden Häusern abgebaut. Ein erster Schritt. Die nächsten folgen.
August 7th, 2009 at 6:49 pm
>>> es wächst eine Fixed-Mobile-Integration: Beide Wege werden eins – mobile Lösungen und Festnetz. Letztendlich will ich als Kunde keine technische Trennung, sondern Lösungen. Und das einfach und schnell. <<>> Bleibe ich doch bei meinem Beispiel des Surf-Sofort-Pakets: Der Mobilfunk überbrückt die Zeit bis zur DSL-Anschaltung. Als Kunde habe ich danach beide Lösungen, kann den (DSL)-Familienanschluss zuhause nutzen und unterwegs den zugehörigen Stick als Singlelösung am Netbook. Das ist ein erster Schritt gemeinsamen Denkens…<<>> Und zugleich gilt: Der Trend heißt Geschwindigkeit – ein Schlüssel für neue Anwendungen. Das hat sich beim Schritt von Analog auf Digital bereits gezeigt. Dabei bedienen Mobilfunk und Festnetzseite unterschiedliche Bedürfnisse. Zuhause brauche ich keine Navigationshilfen. Aber wer bitte bucht sein Urlaubshotel an der Bushaltestelle? <<<
Dies gilt eigentlich nur solange, wie die Datenraten im Festnetz höher als im Mobilfunk liegen. Die Zuhause-Strategie von Vodafone hat schon gezeigt wohin der Trend geht. Wird man bei den nächsten Infrastrukturerweiterungen tatsächlich weiterhin umfassend ins Festnetz und den Mobilfunk gleichzeitig investieren? Selbst bei einer identischen Datenrate sehe ich das Festnetz in einer deutlich schwächeren Position.
Vodafone wirbt verbal mit vielen Begriffen wie Konvergenz oder Fixed-Mobile-Integration, nur ist die Konkurrenz hier auf leisen Sohlen an Vodafone vorbeigezogen. Dort stehen solche Lösungen, wenigstens ansatzweise, bereits zur Verfügung. Mir ist unklar, warum die Umbenennung – mit erheblichen Kosten verbunden – keine entsprechenden Angebote mit sich gebracht hat. Aus Sicht vieler Altkunden ein verpatzter Start. Hier hätte man besser noch ein paar Monate gewartet und dann wären die Produkte auch verfügbar gewesen. Unter Mannesmann war Arcor bestimmt kein Billiganbieter, aber man hat sich mit modernsten Lösungen von der Konkurrenz unterschieden und so eine treue und auch ertragversprechende Kundschaft gewonnen. In den letzten Jahren hat man sich eher über den Preis definiert – schade.
Gruß
Frank
August 10th, 2009 at 10:51 am
@phil
Hallo Phil,
nur in gemeinsamer und starker Partnerschaft mit Vodafone hat unser DSL-Angebot eine Chance auf Entwicklung: ein gutes Beispiel ist VDSL – mit Geschwindigkeiten weit hinter der heutigen 16 MBit-Marke. Vodafone will investieren, das Netz ausbauen und mit eigener Infrastruktur und neuen Angeboten fortsetzen, was Sie an Arcor – heute Vodafone – geschätzt haben. In Heilbronn läuft bereits ein Pilotversuch. Ab heute können dort die ersten Kunden Vodafone VDSL buchen!
Konvergenz ist nur einer der gemeinsamen Ansprüche. Es geht um das Beste aus Festnetz- und Mobilfunkwelt – für Sie als Kunde.
Gruß Paul Gerlach
August 10th, 2009 at 10:54 am
@frank
Hallo Frank,
Nein! Arcor – heute Vodafone AG – hat sich nie ausschließlich über den Preis definiert. Wir sind und waren innovativ. Ja, wir haben mit Sprachflatrates und transparenten Paketlösungen den Markt auf den Kopf gestellt – aber gleichzeitig mit NGN die Technologie-Weichen für die Zukunft gestellt. Unsere Kunden telefonieren mit hervorragender Sprachqualität – egal ob auf der herkömmlichen ISDN-Durchschaltung oder via Internetlösung. Hier ist die Vodafone AG führend!
Vodafone – ja, WIR – erfinden uns neu. Keineswegs wurden einfach die einstigen Arcor-Gebäude in Vodafone-Rot angepinselt. Nein: Es wachsen ein urtypischer Mobilfunk- und Festnetzanbieter zusammen. Es entsteht ein gemeinsamer Konzern. Wir haben unsere Werte neu hinterfragt, ein gemeinsames neues Markenverständnis erfahren. Jeder von uns – 15.000 Kollegen! Es sind gemeinsame Teams entstanden – ich erlebe es täglich, bin ein Teil davon. Und nur in diesem Miteinander entsteht eine sichere Basis für übergreifende Lösungen, und zwar unter einer gemeinsamen Marke. Das ist eine solide Grundlage für uns und unsere Kunden. Wie bereits gepostet – die nächsten Schritte folgen!
Und zum Festnetz: Ob ISDN, DSL, EDGE, UMTS, LTE – nicht die Technik ist für unseren Kunden entscheidend, sondern Anwendungen und Service schnell und einfach, aus einer Hand – passend zu meinem Bedürfnis an jedem Ort. Ob mobil oder drahtgebunden – das Festnetz ist ein Teil solcher Lösungen (siehe Antwort an Phil) entweder unmittelbar oder beim Transfer der Datenmassen in den dahinter liegenden Strukturen. Das Festnetz hat mit Vodafone Zukunft.
Das Thema VDSL ist passendes Beispiel. Vodafone will ein eigenes Netz errichten, um eigene Services anbieten zu können. Wir ergänzen uns: Long Term Evolution (LTE) ist ebenfalls ein gutes Beispiel – eine Breitbandanbindung dort, wo das Festnetz aufgrund der örtlichen Gegebenheiten chancenlos ist. Ich freue mich als Festnetzer für jeden, der über diese Mobillösung schnellen Zugang auf die digitale Datenautobahn erhält. Beide Techniken erfordern gewaltige Innovations- und Investitionskraft. Beide Techniken sind im Test. Vodafone DSL kann man in Heilbronn ab heute ordern!
Frank, Tante Festnetz lebt – auch als Vodafone!
Gruß Paul Gerlach