Akwaaba heißt ins Deutsche übersetzt: Herzlich Willkommen! Und das ist man hier in Ghana auf jeden Fall. Mit einem Lächeln im Gesicht lassen sich so manche Hürden überwinden ;-)
Im November 2008 ging es für mich also los in Richtung Ghana zu unserer neu aquirierten OpCo [Vodafone-Deutsch für Operational Country] Ghana Telecom/Onetouch. Dort hatte ich die Aufgabe beim Markenwechsel zu Vodafone Ghana Projekte zu steuern und den Launch erfolgreich durchzuführen. Meine erste Aufgabe war es, die Group-Strategie in Workstreams herunter zu brechen und Verantwortlichkeiten und Meilensteine zu definieren. Ghana Telecom war vor der Übernahme ein Staatsunternehmen und entsprechend groß waren und sind die Herausforderungen. Das Foto zeigt das Headquarter als ich angekommen bin.
Unsere Hauptschwäche war der Vertrieb von SIM- und Prepaidkarten. Der indirekte Vertriebskanal war quasi nicht existent. Als ich hier angefangen habe, waren in der Abteilung 5 Mitarbeiter beschäftigt, die lediglich an unsere Distributoren verkauften. Einen Überblick, wo die Produkte hingehen war nicht vorhanden.

Der POS in Ghana
Es blieb also nicht viel Zeit die Struktur bis zum Launch der Marke Vodafone (am 16. April 2009) aufzubauen. Ich habe eine Anzeige für neue Distributoren aufgegeben, die Interviews dafür geführt, die interne Struktur verabschiedet und viele Interviews geführt, um Mitarbeiter an Bord zu bekommen. Das ist mir soweit auch sehr gut gelungen. In der Zwischenzeit (bis heute) haben wir klar abgegrenzte Aufgabenbereiche, den Umsatz verdreifacht und den Netto-Kundenzuwachs von einem negativen Wachstum im März auf durchschnittlich 80.000 Kunden pro Woche gesteigert. Diese Entwicklung hat mir persönlich natürlich sehr gut getan, da man am Ende eine Bestätigung hat, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Nun geht es darum, diesen positiven Trend zu bestätigen und auf nachhaltiges Wachstum zu setzen. Aber das war nur eines von vielen größeren Projekten, die ich hier in Ghana verantwortet habe. Was ich sonst noch an Verantwortung hatte? Laßt euch überraschen :-)









Juli 16th, 2009 at 12:53 am
Geld überweisen mit dem Handy: Vodafone betreibt in Kenia und Afghanistan bank-unabhängige Geldtransfer-Systeme
Länder wie Kenia und Afghanistan besitzen keine funktionstüchtige Banken-Infrastruktur, wie sie hier in Europa selbstverständlich ist. Darüber hinaus besitzen die meisten Menschen in diesen Ländern, aufgrund ihrer geringen Einkommen, kein Bankkonto. Dennoch unterstützen diejenigen, die eine Arbeit haben, ihre Familien durch Überweisung von kleinen Geldbeträgen. Auch Kleinunternehmer akzeptieren M-Pesa als sichere Bezahlmethode. Um dieses zu ermöglichen brachten Vodafone und Safaricom vor einem Jahr M-Pesa als einfaches aber sicheres Geldtransfer-System in Kenia auf den Markt, bei dem die Handy-Shops des Netzbetreibers die Gelder auszahlen. Inzwischen nutzen 1,6 Millionen Kunden M-Pesa für rund 200 Millionen Transaktionen im Monat. Ein ähnliches Bezahlsystem soll jetzt auch in Afghanistan etabliert werden.
M-pesa wird in Kenia seit März 2007 für eine ganze Reihe unterschiedlicher Geldtransaktionen genutzt. Der durchschnittliche Überweisungsbetrag liegt bei 30 Euro. Auch Firmen nutzen den Service: Safaricom bezahlt Gelegenheitsarbeiter und verteilt 40.000 geringwertige Geldpreise an seine Kunden, die M-Pesa nutzen. Kleinunternehmer wie Taxibetriebe und Lebensmittelhändler akzeptieren eine Bezahlung mit M-Pesa und Verbraucher schätzen die sichere Bezahlmethode ganz besonders in unruhigen Zeiten. In Zukunft sollen auch Renten, Strom, Wasser und andere regelmäßig zu zahlende Beträge mit M-Pesa bezahlt werden können.
Aufbauend auf den Erfahrungen in Kenia bietet Vodafone ab sofort in Afghanistan das erfolgreiche Geldtransfersystem mit dem lokalen Partner Roshan unter dem Namen „M-Paisa“ an. Eine wesentliche Neuerung wird hier die Ergänzung von sprachbasierten Diensten sein, damit auch Analphabeten das System nutzen können.
Verweisen möchte ich an dieser Stelle auf die Dokumentation: Der große Ausverkauf (2007) http://www.imdb.com/title/tt1010399/
Der andere Beispiele für die Erschließung der dritten Welt zeigt.